Wolfsburger Hersteller denkt über ein Modell speziell für chinesischen Markt nach
Billigautos drängen VW in China von der Erfolgsspur

Ein markantes Gesicht muss er haben, und billig muss er sein. Seit Autos im Reich der Mitte nicht mehr nur für die Reichen erschwinglich sind, drängen immer mehr Konzerne in diesen lukrativen Markt – sehr zum Nachteil der bisherigen Nummer eins.

PEKING. Nun hat auch China seinen Volkswagen. Allerdings stammt das Auto nicht aus der Schmiede des gleichnamigen deutschen Konzerns – es heißt „QQ“, sieht einem Chevrolet Matiz nicht unähnlich und wird von Chery Automobile gebaut.

Es sind chinesische Autofirmen wie Chery, Xiali und Geely, die momentan im Reich der Mitte mit kompakten Stadtautos Marktanteile gewinnen. Der QQ war im ersten Quartal mit 30 000 Stück sogar das meistverkaufte Modell Chinas. Kein Wunder: Das Auto ist nicht nur klein, bunt und knuffig, es kostet auch noch weniger als umgerechnet 3 000 Euro.

Da können internationale Hersteller wie VW nicht mithalten. „Grundsätzlich verfolgen wir die Strategie, unseren Kunden vollwertige Fahrzeuge zu einem fairen Preis anzubieten“, sagt VW-China-Chef Bernd Leißner. Doch Ausstattung und Qualität kosten Geld: Selbst das von VW aus Brasilien übernommene billigste Modell Gol ist mit umgerechnet 7 000 Euro in China noch immer mehr als doppelt so teuer wie ein QQ.

Die neuen Angebote erwischen die Wolfsburger, die seit 1985 in China Autos bauen und verkaufen, auf dem falschen Fuß. Lange hat VW im fernen China vor allem auf Limousinen und auf Großaufträge für Taxis, Polizei und Behörden gesetzt. Doch seit einigen Jahren entdecken Chinesen das Auto für den Privatgebrauch. Die große Limousine ist da für viele Geldbeutel ebenso unerschwinglich wie ein VW Polo oder gar ein Golf. „Technisch sicher besser, aber für mich einfach zu teuer“, sagt ein junger Büroangestellter in Peking, der lachend aus seinem neuen QQ steigt.

Dabei hat VW im Reich der Mitte ohnehin schon zu kämpfen, denn der Automarkt steckt im Umbruch. Seit Chinas WTO-Beitritt drängen immer mehr Hersteller auf den Markt. Überkapazitäten und ein abflauender Boom drücken auf die Preise. Dieses Jahr wird der Zuwachs am chinesischen Automarkt nach 76 Prozent (2003) und 15 Prozent (2004) nur noch bei zehn Prozent liegen, schätzen Experten.

Und die Zeiten mit Gewinnspannen von rund zehn Prozent wie 2003 sind auch vorbei. Denn trotz der steigenden Materialkosten haben einige Hersteller einen Preiskrieg angefangen, der noch nicht zu Ende ist. „Hersteller müssen selbst bei Modellen, die gut laufen, ihre Preise senken, wenn sie hier weiter Marktanteile gewinnen wollen“, sagt Analyst Yale Zhang vom Marktforscher CSM Worldwide. Die Folge: Der Absatz von Marktführer VW ist in China um ein Drittel eingebrochen, der Marktanteil liegt heute nur noch bei knapp 19 Prozent.

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