Wüstenstrom-Projekt: Eon und Münchener Rück bleiben Desertec treu

Wüstenstrom-ProjektEon und Münchener Rück bleiben Desertec treu

Mehrere Unternehmen sind aus dem Wüstenstrom-Projekt Desertec bereits ausgestiegen. Auch die beteiligten europäischen Staaten sorgen für Unsicherheit. Eon und Münchener Rück wollen aber dabei bleiben.
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Stuttgart/DüsseldorfAnders als Siemens oder Bosch halten der Energieversorger Eon und der Rückversicherer Münchener Rück an dem ehrgeizigen Wüstenstrom-Projekt Desertec fest. "Wir bleiben Desertec verbunden", sagte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen am Dienstag. Auch die Münchener Rück ist nach den Worten eines Sprechers von den Perspektiven der Stromerzeugung in Nordafrika für Europa überzeugt.

Dennoch bringt der Sparkurs von Unternehmen und Regierungen das 2009 gestartete Langzeit-Projekt ins Schlingern. Nach Siemens in der vergangenen Woche hatte am Montag auch eine Bosch-Tochter ihren Ausstieg bekannt gegeben und diesen mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begründet. Für Unsicherheit sorgte zuletzt auch das Zögern der beteiligten europäischen Staaten, die den Energieexport nach Europa finanziell fördern sollen.

Die Vision von der Einfuhr überschüssiger Sonnenenergie aus Nordafrika nach Europa verliert einem Branchenkenner zufolge an Faszination. "Das Thema passt in der derzeitigen Phase mit der Energiewende in Deutschland und der Schuldenkrise in Europa nicht auf die Agenda." Doch sei das Generationenprojekt deshalb noch längst nicht gestorben.

Nach Ansicht des Chefs der Deutschen Energie-Agentur, Stephan Kohler, wird der Ausstieg von Siemens das Projekt zwar wirtschaftlich nicht gefährden. "Aber natürlich ist es ein massiver Imageschaden, wenn ein solcher Konzern nach drei Jahren rausgeht."

Die Fluktuation der Anteilseigner an der Desertec Industrie Initiative (Dii) ist laut einem Konsortium-Sprecher nicht ungewöhnlich. Der Vertrag für die 2009 gestartete Initiative sei bis Ende 2012 befristet. Für die mehr als 50 beteiligten internationalen Unternehmen sei dies ein Zeitpunkt, ihr weiteres Engagement zu überdenken. Während Eon ankündigte, den Vertrag zu verlängern, zogen Siemens und Bosch die Reißleine. Dafür gebe es mehrere Gründe, hieß es in Kreisen des Konsortiums.

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  • EON hätte lieber seine ausländischen Kernkraftwerksanteile behalten und dafür das Desertec (Märchengeschäft aus 1000 und 1 Nacht) begraben.
    EON setzt mit der Green Energy zusehends auf das falsche Pferde. Diese Pferd wird nur durch Subventionen und Steuergelder genährt. Rein marktwirschaftlich hatte diese Abzockermodell nie eine Chance!

  • Bei Siemens regieren anscheinend die betriebswirtschaftlich denkenden Kleingeister, keine Zukunftsfähigkeit mehr zu sehen!

  • Da die Sonneneinstrahlung auf diesem Planeten unzureichend ist und die Sonneneinstrahlung auch nicht mit dem Strombedarf korreliert, beruht ein derartiges Ökosolarmonster nahezu gänzlich auf Subventionen.

    Die entscheidende Botschaft des Artikel lautet, dass Deutschland einen 2-stelligen Millionenbetrag locker macht. Das reicht dann lediglich für ein bescheidenes Ökosolarmonsterchen.

    Ich nehme an, dass die bisher aufgelaufenen Kosten für Politik- und Medienpflege höher waren als die zugesagten Subventionen.

    Für die beteiligten Unternehmen wäre es besser das Geld in andere PR Aktivitäten zu stecken. Die Münchener Rück wäre gut beraten auf den Enteignungscharakter der Niedrigstzinsen aufmerksam zu machen, für EON wäre es besser das Deutschlandgeschäft so gut es geht zu schützen.

    Vandale

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