Wulff will Köpfe rollen sehen - Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums verschoben
In der VW-Affäre deuten sich weitere Entlassungen an

In der Korruptionsaffäre bei VW mehren sich die Hinweise, dass es in den kommenden Wochen noch zu weiteren personellen Konsequenzen kommen wird. Auch Niedersachsens CDU-Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Christian Wulf fordert: „Da müssen Köpfe rollen“.

hof FRANKFURT. In der Korruptionsaffäre bei VW mehren sich die Hinweise, dass es in den kommenden Wochen noch zu weiteren personellen Konsequenzen kommen wird. VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder schrieb gestern in einem Brief an die Beschäftigten: „Soweit Verfehlungen aufgedeckt werden und sie Nachteile für das Unternehmen gebracht haben oder strafrechtliche Relevanz besitzen, haben die betroffenen Personen die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.“ Deutlicher wurde Niedersachsens CDU-Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Christian Wulff: „Da müssen Köpfe rollen“, sagte der Politiker.

Pischetsrieder bestätigte in seinem Brief die Vorwürfe gegen den Ex-Skoda Manager Helmuth Schuster und den für den Betriebsrat zuständigen Mitarbeiter der Personalabteilung Klaus-Joachim Gebauer. Dabei geht es in erster Linie um ein Geflecht von Tarnfirmen, „um sich zu bereichern“, schreibt der Konzernchef. Bislang wird als weiterer Name nur der ehemalige Betriebsratschef Klaus Volkert genannt, der an einer der Firmen beteiligt war. Auch die Abrechnung von Lustreisen und die Bezahlung von Prostituierten über selbst ausgestellte Belege wird von Pischetsrieder indirekt bestätigt und als „sachfremde Vorgänge“ umschrieben. Schuster und Gebauer mussten das Unternehmen am 15. Juni verlassen.

In Unternehmenskreisen wird bezweifelt, dass besonders das System getürkter Spesenabrechnungen nur über diese Personen abgewickelt wurde und nur Volkert davon profitierte. Auskunft darüber könne aber nur Gebauer geben, der die Eigenbelege unterschrieben habe, hieß es. Volkerts Nachfolger Bernd Osterloh hat für die Zukunft zwar „gläserne Kassen“ angekündigt, war gestern zu einer Stellungnahme zu Vorwürfen gegen weitere Betriebsratsmitglieder aber nicht zu erreichen. „Bislang ist zu keinen weiteren Kündigungen gekommen“, sagte ein Unternehmenssprecher. Bei dem Versuch, sich über ein Firmengeflecht zu bereichern, gibt es den Angaben zufolge keine Hinweise darauf, dass außer Schuster, Gebauer und Volkert weitere VW-Beschäftigte verstrickt sind.

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