Wyser-Pratte scheitert mit Misstrauensvotum
Aktionäre entlasten IWKA-Vorstand

Trotz scharfer Kritik und des Widerstands von Großaktionären hat die Hauptversammlung des Maschinenbauers IWKA den Vorstand entlastet. Die turbulente Veranstaltung dauerte rund sieben Stunden und war unter anderem durch polemische Beiträge von Hauptversammlungsschreck Ekkehard Wenger geprägt.

gil KARLSRUHE. Am Ende billigten die Aktionäre die Entlastung bei einer Präsenz von 47,8 Prozent mit einer Mehrheit von 62,5 Prozent.

Die Großaktionäre der IWKA – der britische Hermes-Fonds mit sieben Prozent Kapitalanteil, der Threadneedle-Fonds mit 4,9 Prozent und der US-Investor Guy Wyser-Pratte (6,5 Prozent) – hatten angekündigt, gegen die Entlastung zu stimmen. Wyser-Pratte, der im Oktober 2003 bei IWKA eingestiegen war, forderte durch seinen Vertreter Sebastian Freitag, IWKA auf die Anlagentechnik ertragsstarken Robotertochter Kuka zu konzentrieren und die übrigen Bereiche zu verkaufen. „Wir wollen Verkauf, nicht Zerschlagung“, sagte Freitag. Kuka solle zu einem weltweit führenden Roboterhersteller werden, der mit Branchengrößen wie ABB und Fanuc konkurrieren könne.

Stefan Howaldt, Geschäftsführer des Hermes-Fonds, lehnte eine Zerschlagung der IWKA ab, rügte aber den Vorstand. Die Strategie stimme, nur die Leistung des Vorstands nicht. „Wir wollen gute Ergebnisse nicht nur in einem Bereich“, sagte er. Die Ergebnisse und der Aktienkurs seien im Vergleich zu den Wettbewerbern zu schwach. Hermes habe bereits vor zwei Jahren konkrete Vorschläge gemacht, es sei aber nichts geschehen. „Jetzt fehlt das Vertrauen in den Vorstand“, sagte Howaldt. Deshalb werde man gegen dessen Entlastung stimmen. Dies mache der Fonds in Europa zum ersten Mal.

IWKA-Chef Hans Fahr, dessen Vertrag Ende 2003 um fünf Jahre verlängert worden war, kündigte an, IWKA werde sich künftig noch mehr auf die Kernmärkte konzentrieren. Das Unternehmen mit rund 100 Tochtergesellschaften soll die Bereiche Robotertechnik als Basistechnologie, die Automobiltechnik und Verpackungstechnik bearbeiten. Fahr verteidigte den Entschluss, erst jetzt den Verkauf der Prozesstechnik eingeleitet zu haben. Früher sei er nicht zu angemessenen Preisen möglich gewesen. Mehrere Hauptversammlungsteilnehmer hatten das geringe Tempo kritisiert.

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