Xarelto Bayers neues Präparat gegen Schlaganfall zeigt Wirkung

Die Bayer AG kommt mit einem ihrer größten Hoffnungsträger im Pharmageschäft voran. Das Medikament Xarelto setzt sich in einer großen Studie durch und steht vor der Markteinführung. Die Börse feiert dies, denn Bayer winken Milliardenumsätze
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Bayer feiert den Durchbruch für das Schlaganfall-Medikament Xarelto. Quelle: dpa

Bayer feiert den Durchbruch für das Schlaganfall-Medikament Xarelto.

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Einer großangelegten Studie zufolge senkt das Mittel Xarelto von Bayer das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern gegenüber dem Standardmedikament deutlich. Weil damit eine Markteinführung des Mittels wahrscheinlicher wird, frohlockte die Börse: Der Aktienkurs von Bayer schoss um 3,7 Prozent nach oben.

Der Konzern hatte die Daten einer Studie mit 14 264 Patienten auf der Jahrestagung der American Heart Association in Chicago präsentiert. Danach senkt der Bayer-Wirkstoff Rivaroxaban das Schlaganfallrisiko um 21 Prozent gegenüber dem Standardmedikament Warfarin, ohne dass die Raten gefährlicher Blutungen höher ausfielen.

Bayer will das Mittel noch in diesem Jahr zur Zulassung einreichen. Der Chemie- und Pharmakonzern ist nach Boehringer Ingelheim der zweite deutsche Anbieter, der in die neue Wirkstoffklasse der Gerinnungshemmer vorstößt. Auch Pfizer, Bristol-Myers und Daiichi-Sankyo forschen an solchen Blutverdünnern. Boehringer hatte im Sommer 2009 Daten für sein Mittel Pradaxa vorgestellt, wonach das Schlaganfallrisiko gegenüber dem Standard um 34 Prozent reduziert war.

Ob nun Bayer oder Boehringer den besseren Wirkstoff hat, diese Frage kann auch nach den gestern präsentierten Daten nicht beantwortet werden. Die Studien sind zu unterschiedlich angelegt. Bei der Bayer-Studie war der Anteil von Patienten mit sehr hohem Schlaganfallrisiko größer als in der Studie von Boehringer. Während die Patienten das Bayer-Mittel einmal am Tag eingenommen hatten, wurde Pradaxa zweimal verabreicht.

Analysten von Sanford Bernstein schätzen, dass Xarelto für Bayer und den Kooperationspartner Johnson & Johnson im Jahr 2020 rund 3,9 Mrd. Dollar Umsatz bringen könnte. Bayer-Chef Marijn Dekkers hatte unlängst von einem Umsatzpotenzial von zwei Mrd. Euro für Xarelto gesprochen - wenn man alle Zulassungen erhalte. Das Mittel wird noch in weiteren Therapiegebieten getestet.

Das Marktvolumen der Gerinnungshemmer schätzen Analysten auf bis zu 15 Mrd. Dollar. Allerdings kann Boehringer bis zur Zulassung von Xarelto noch ein paar Monate die Pioniergewinne abschöpfen, denn der Konzern hat Ende Oktober in den USA schon eine Zulassung für Pradaxa bekommen.

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