Xella
Baustofffirma bereitet Börsengang vor

Die Finanzinvestoren PAI und Goldman Sachs haben Xella 2008 gekauft. Nun wollen sie von den boomenden Aktienmärkten profitieren. Das Unternehmen könnte 2016 an die Börse gehen – doch auch ein Verkauf ist möglich.
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FrankfurtDie Finanzinvestoren PAI und Goldman Sachs bereiten Insidern zufolge einen milliardenschweren Börsengang oder einen Verkauf der Duisburger Baustoffgruppe Xella vor. Sie beauftragten die Investmentbank Rothschild, Optionen für das Unternehmen zu prüfen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von zwei mit den Plänen vertrauten Personen erfuhr. Ein Börsengang im nächsten Jahr sei die wahrscheinlichere Variante. Xella könnte bei einer Transaktion mit 2,5 Milliarden Euro bewertet werden, hieß es. Das Baustoff-Unternehmen peile 2016 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von rund 300 Millionen Euro an und könnte mit dem Acht- bis Neunfachen dieser Summe bewertet werden.

Rothschild, Goldman Sachs und PAI lehnten eine Stellungnahme zu den Angaben ab. Die Finanzinvestoren hatten Xella 2008 gekauft und wollen nun von den boomenden Aktienmärkten profitieren. Das haben schon eine Reihe Finanzinvestoren vor ihnen getan: So brachte die Beteiligungsgesellschaft Apax in der vergangenen Woche den Online-Autohändler Auto Trader an die Börse. In der Schweiz verkaufte CVC einen Anteil am Telekom-Konzern Sunrise über die Börse.

Xella beschäftigt rund 6800 Mitarbeitern und erzielt einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro – zwei Drittel davon mit Baumaterialien unter bekannten Marken wie Ytong, Hebel und Silka, rund 20 Prozent mit dem rentableren Kalk-Geschäft. „Die Qualität der Kalk-Minen von Xella macht einen bedeutenden Teil des Unternehmenswertes aus“, sagte einer der Insider. Nicht zuletzt deshalb sollte Xella eine höhere Bewertung erzielen als reine Baustoffkonzerne. Wettbewerber wie Wienerberger oder Brass Monier werden an der Börse etwa mit dem Sechsfachen ihres erwarteten operativen Gewinns bewertet.

Rothschild werde neben den Vorbereitungen für einen Börsengang auch nach möglichen Kaufinteressenten Ausschau halten. Im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr (zu Ende März 2014) erzielte das Unternehmen einen bereinigten operativen Gewinn von 213 Millionen Euro und unter dem Strich einen Verlust von 19 Millionen Euro. Nettoschulden von 624 Millionen Euro lasten auf dem Unternehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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