Yukos-Chef bedauert die Entscheidung: US-Gericht schmettert Insolvenzklage von Yukos ab

Yukos-Chef bedauert die Entscheidung
US-Gericht schmettert Insolvenzklage von Yukos ab

Ein US-Gericht hat einen Insolvenz-Antrag des russischen Öl-Konzerns Yukos in den USA verworfen.

HB HOUSTON. „Der weitaus größte Teil der Geschäfte und Finanzaktivitäten von Yukos finden weiterhin in Russland statt“, befand Richterin Letitia Clark. Deswegen müsse der Fall in einem Forum behandelt werden, in dem die russische Regierung vertreten sei. Yukos-Chef Steven Theede nannte die Entscheidung bedauerlich und kündigte an, weitere Optionen zu prüfen. Die Deutsche Bank, die sich für eine Ablehnung stark gemacht hatte, begrüßte die Entscheidung als „gut durchdacht“.

Yukos hatte im Dezember Gläubigerschutz beantragt, um den Zwangsverkauf seines Kerngeschäfts Yuganskneftegaz zu verhindern. Die Auktion von war von Russland mit Steuerschulden begründet worden. Yuganskneftegaz war trotzdem Mitte Dezember von der Baikal-Finanzgruppe ersteigert worden. Der staatlich kontrollierte russische Gasmonopolist Gazprom galt ursprünglich als aussichtsreichster Kandidat für den Kauf von Yuganskneftegaz. Die Deutsche Bank hatte zu den Finanzierern der Gazprom-Offerte gehört. Russland hatte immer die Zuständigkeit eines US-Gerichtes ausgeschlossen.

Yukos-Vorstandsvorsitzender Steven Theede sagte: „Es ist bedauerlich, dass das Gericht dem Abweisungsantrag der Deutsche Bank stattgegeben hat. Wir müssen jetzt sämtliche uns zur Verfügung stehenden Optionen prüfen und entscheiden, welches unsere nächsten Schritte sein werden.“

Theede betonte, die Aktiva des Unternehmens seien auf illegale Weise beschlagnahmt worden. „Wir verlangen sie zurück und/oder fordern die Zahlung von Schadensersatz“, sagte er.

Die Deutsche Bank hatte laut Zeitungsbericht argumentiert, dass die Klagen im Zusammenhang mit Juganskneftegas das deutsche Kreditinstitut und andere internationale Banken daran gehindert hätten, Kredite in Russland zu vergeben oder dort Geschäfte zu betreiben.

Richterin Clark erklärte laut „Wall Street Journal“, es gebe keine rechtlichen Voraussetzungen dafür, dass eine ausländische Gesellschaft, die einen so großen Teil der Wirtschaft eines anderen Landes repräsentiere, US-Gerichte anrufen könne. Die Vermögenswerte seien gemessen an der russischen Wirtschaft massiv. Da es sich vor allem um unterirdisches Öl und Gas handele, seien sie buchstäblich Teil des russischen Landes, befand die Richterin.

Clark erließ zwar eine einstweilige Verfügung, um die Versteigerung nach dem Yukos-Insolvenzantrag zu verhindern. Die russischen Behörden ignorierten diese. Die jüngste Entscheidung beende die insolvenzbezogenen Klagen im Zuge der Auktion, berichtet die Zeitung.

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