Zahlen für das erste Halbjahr
Diesel-Boom beschert Autozulieferer Mahle Umsatzplus

Beim Autozulieferer Mahle hat die ungebrochene Nachfrage nach Dieselmotoren für Pkw und Lkw für einen kräftigen Umsatzanstieg gesorgt. Der Gewinn leidet jedoch unter den teuren Rohstoffen.

HB STUTTGART. Der Umsatz habe von Januar bis Juni um 9,3 Prozent auf 2,05 Milliarden Euro zugelegt, teilte Mahle am Dienstag in Stuttgart mit. Dazu hätten der Gewinn von Marktanteilen bei Kolben, Motorkomponenten und Filtern für Pkw und Lkw sowie die jüngsten Zukäufe im Ausland beigetragen. Das Betriebsergebnis habe davon trotz Einsparungen bei den Personalkosten durch Gehaltsverzicht nicht profitiert und nicht verbessert werden können, räumte Mahle ein. Die höheren Rohstoffpreise hätten mit 15 Millionen bis 20 Millionen Euro zu Buche geschlagen, das Exportgeschäft sei durch die zum Euro stark aufgewerteten Währungen Brasiliens und Polens zusätzlich belastet worden.

Mit Rückenwind von der noch stabilen Nutzfahrzeugkonjunktur und steigenden Verkaufszahlen von Diesel-Pkw soll der Umsatz in diesem Jahr von 3,7 auf 4 Milliarden Euro steigen. Bisher hatte Mahle nur einen Zuwachs auf 3,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Der in den vergangenen Monaten wieder erstarkte Wechselkurs des Dollar zum Euro mache ein kräftigeres Umsatzwachstum möglich, sagte Mahle-Chef Heinz Junker. Beim zyklischen Geschäft mit Nutzfahrzeugen ist nach seiner Einschätzung aber ein Ende der Boomphase absehbar. „Spätestens Mitte nächsten Jahres wird es in der Nutzfahrzeugindustrie wieder zu Produktionsrückgängen kommen“, sagte der Mahle-CHef voraus.

Trotz des erwarteten Umsatzzuwachs wird das 1920 gegründete Unternehmen 2005 beim operativen Ergebnis keine Fortschritte verzeichnen. „Die Rendite des Vorjahres in Höhe von 3,4 Prozent bezogen auf das Betriebsergebnis werden wir nicht wiederholen können“, bekräftigte Junker die Erwartung. Gesunkenen Personalkosten stünden höhere Rohstoffpreise gegenüber, und mit einer Abschwächung des Ölpreises sei nicht zu rechnen. Auch der Preisdruck der Autohersteller halte an. Diese verlangten über die nächsten drei Jahre Abschläge von den Einkaufspreisen bis zu 30 Prozent.

Auf mittlere Sicht will Mahle jedoch vom Trend zu sparsamen Dieselmotoren profitieren. „Der Diesel wird wegen der steigenden Treibstoffkosten in Europa und auch den USA an Bedeutung gewinnen“, sagte Junker. Bis 2010 sei in Nordamerika mit einem Anstieg des Marktanteils von Diesel-Fahrzeugen auf zehn Prozent von derzeit ein bis zwei Prozent zu rechnen. In Europa ist jeder zweite neu zugelassene Pkw ein Diesel.

In der noch in den Kinderschuhen steckenden und deutlich teureren Hybrid-Technik sieht der Kolbenhersteller keine große Gefahr für den Diesel. Bis 2010 werde für die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor in Nordamerika nur mit einem Marktanteil von drei bis fünf Prozent gerechnet, sagte Junker.

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