Zahlen für das zweite Quartal
Ciba setzt den Rotstift an

Der Spezialchemiekonzern Ciba hat nach einem durchwachsenen zweitem Quartal seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2005 gesenkt. Künftig heißt die Devise noch härter sparen.

HB ZÜRICH. Der Reingewinn inklusive Restrukturierungskosten sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 79 Millionen Schweizer Franken (51 Millionen Euro), teilte das Basler Unternehmen am Donnerstag mit. Analysten hatten mit 70 Millionen sfr gerechnet. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 1,86 Milliarden sfr. Der Betriebsgewinn (Ebit) inklusive Restrukturierungskosten sank im zweiten Quartal um 37 Prozent auf 100 Millionen sfr. Die Betriebsgewinn-Marge vor Restrukturierungen (Ebitda) sank von 14,5 auf 13,3 Prozent.

Ciba erwartet für das Gesamtjahr, in etwa soviel den Reingewinn auf vergleichbarer Basis ohne Restrukturierungskosten zu erwirtschaften wie 2004. Bisher war ein Anstieg in Aussicht gestellt worden. Bei Umsatz und Ebitda wird in Lokalwährungen weiterhin mit einem Anstieg gerechnet. Beim freien Cash Flow werde es herausfordernd, das Ziel von 380 Millionen bis 480 Millionen sfr vor Dividenden zu erreichen, so Ciba weiter.

„Insgesamt war das Geschäftsumfeld uneinheitlich“, wurde Ciba-Chef Armin Meyer in einer Mitteilung zitiert. „Wir haben aber im zweiten Quartal 2005 Fortschritte gemacht, viele Geschäftsbereiche entwickelten sich gut.“ Die Verkaufspreise konnten um 3 Prozent angehoben werden. Im laufenden Jahr müsse Ciba die Preise um 4 Prozent erhöhen, um die gestiegenen Rohstoffkosten kompensieren zu können, sagte Meyer bei einer Telefonkonferenz. Im zweiten Halbjahr dürften sich die Rohstoffpreise stabilisieren, eine genaue Prognose sei angesichts des volatilen Ölpreises jedoch schwierig, teilte Ciba mit.

Ciba will nun das Sanierungstempo steigern. So soll die durch chinesische Billigkonkurrenz in Bedrängnis geratene Sparte Textile Effects billiger produzieren, um nachhaltig profitabel zu arbeiten. Allerdings gehen Meyers Pläne für das Sorgenkind weiter: „Wir prüfen die strategischen Optionen, von einer internen Lösung bis zu einem möglichen Verkauf.“

Zudem will Ciba beim Sanierungsprogramm „Shape“ aufs Tempo drücken. 2005 sollen so Kosteneinsparungen von 60 Millionen sfr erzielt werden statt der bisher prognostizierten 35 Millionen sfr. Im Gesamtjahr sollen 600 Stellen abgebaut werden. Ingesamt sollen durch das Projekt ab 2007 nun jährlich Einsparungen von 180 Millionen statt der bisher angestrebten 130 Millionen sfr erzielt werden.

Die für 2005 erwarteten Restrukturierungsbelastungen steigen laut Ciba um 80 Millionen auf 130 Millionen sfr. Davon wurden 50 Millionen sfr im ersten Halbjahr verbucht. Dem stehen „Shape“-Einsparungen von 20 Millionen sfr in den ersten sechs Monaten gegenüber.

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