Zahlen für das zweite Quartal
Sanofi-Aventis will mehr verdienen

Der französisch-deutsche Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat nach einem Umsatz- und Ergebnisanstieg im zweiten Quartal seinen Gewinnausblick für 2005 angehoben. Viel spannender für die Analysten sind jedoch neue Produkte.

HB PARIS. Der Konzern wies im zweiten Quartal einen Überschussanstieg um 26 Prozent auf 1,55 Milliardne Euro aus, während Analysten mit 1,47 bis 1,52 Milliarden Euro gerechnet hatten. Der Umsatz verbesserte sich im Berichtszeitraum um 6,5 Prozent auf 6,69 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um 22,1 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Damit liegt Sanofi am oberen Ende der abgegebenen Analystenprognosen von 2,1 bis 2,2 Milliarden Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Konzernchef Jean-Francois Dehecq einen Anstieg des bereinigten Überschusses pro Aktie von mindestens 20 Prozent. Bisher hatte der weltweit drittgrößte Pharmakonzern einen Anstieg um die 18 Prozent angepeilt. Auch der Umsatz soll stärker steigen als branchenüblich.

Der Pharmakonzern ist nun auch etwas zuversichtlicher hinsichtlich der für dieses Jahr erwarteten Synergieeffekte aus der Übernahme der deutschen Aventis. Nunmehr würden 2005 voraussichtlich 75 Prozent der dadurch erhofften Einsparungen von insgesamt 1,6 Milliarden Euro erreicht, teilte Sanofi mit. Zuvor waren noch 60 Prozent in Aussicht gestellt worden.

Wichtiger als die für gut befundenen Zahlen ist den Analysten jedoch, wie sich das bisher umsatzstärkste Medikament Lovenox nach einer Gerichtsentscheidung zugunsten von NachahmerHerstellern entwickelt und welche Neuigkeiten Sanofi-Aventis in Bezug auf seine weiteren Produkte in der Entwicklung veröffentlicht.

Der Pharmakonzern will vier Medikamentenkandidaten im kommenden Jahr in die Phase III der klinischen Überprüfung bringen. Darunter ist eine Substanz zur Entwöhnung des Rauchens, die unter dem Namen SSR 591813 bekannt ist, sowie die Substanz Eplivanserin gegen Schlaflosigkeit. Allerdings stellte Sanofi auch die Entwicklung zweier Arzneimittelkandidaten ein, die zuletzt Programme der Phase IIb durchliefen. Darunter war auch das Schizophrenie-Mittel Osanetant. Medikamentenkandidaten müssen normalerweise drei Phasen der klinischen Erprobung am Menschen erfolgreich durchlaufen, bevor Unternehmen bei den Behörden Zulassungsanträge stellen können.

Sanofi-Aventis hat derzeit rund 48 Kandidaten in klinischen Prüfungen der Phasen II und III. Daten von 10 bis 12 sollen bis Ende dieses Jahres bekannt gegeben werden. Der Pharmakonzern bekräftigte außerdem, es wolle noch vor dem Sommerende eine neue Version des lukrativen Schlafmittels Ambien auf den Markt bringen.

Nachrichten aus der Forschung werden auf Investorenseite mit Aufmerksamkeit verfolgt, da Analysten bei Sanofi-Aventis neben der drohenden Generika-Konkurrenz bei dem Blutverdünner Plavix und dem Thrombosemittel Lovenox bei den fünfzehn wichtigsten Medikamenten schon im nächsten Jahr mit einer Abschwächung des Wachstums rechnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%