Zahlen fürs dritte Quartal
Boeing rettet sich mit Extras ins Gewinnplus

Günstige Steuereffekte und der Verkauf eines Tochterunternehmens haben den US-Flugzeughersteller Boeing im dritten Quartal zum einem Gewinnplus verholfen. Ohne diese Extras wäre das Ergebnis wohl eingebrochen, legte ein Streik doch große Teile der Produktion für fast einen Monat lahm.

HB CHICAGO. Der Überschuss sei im Vergleich zum Vorjahr von 456 Mill. Dollar oder 0,56 Dollar je Aktie auf 1,011 Mrd. Dollar oder 1,26 Dollar je Aktie gestiegen, teilte Boeing am Mittwoch vor US-Börsenstart in Chicago mit. Der Konzernumsatz ging im dritten Quartal von 13,2 auf 12,6 Mrd. Dollar zurück.

Begünstigt wurde der Gewinnanstieg unter anderem vom Verkauf der Raketentriebwerkssparte Rocketdyne. Zugleich belastet aber auch ein Mechanikerstreik das Ergebnis. Der Streik im September und Oktober hatte die Produktion 28 Tage lang gebremst. Die Gewerkschaft der Maschinenschlosser akzeptierte schließlich einen neuen Haustarifvertrag, der Einmalzahlungen und eine höhere betriebliche Altersvorsorge vorsieht.

Boeing geht wegen des Streiks davon aus, im Gesamtjahr weniger Flugzeuge auszuliefern als zuvor angenommen. Statt 320 sollen es nun 290 werden - immerhin mehr als 2004 mit 285. Für 2006 wird nach wie vor eine Auslieferung von 395 Flugzeugen erwartet, ein Plus 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Boeing zeigte sich für das Gesamtjahr optimistischer. Der Konzern hob die Prognosespanne für den Gewinn je Aktie von 2,75 bis 2,85 Dollar auf 2,95 bis 3,05 Dollar an. Auch im kommenden Jahr will der Flugzeugbauer mehr verdienen. Erwartet werden nun 3,10 bis 3,30 Dollar Gewinn je Aktie statt der zuvor angenommenen 3,00 bis 3,20 Dollar. Der Umsatz soll hingegen im laufenden Jahr aufgrund des Mechanikerstreiks mit 55,5 Mrd. Dollar niedriger ausfallen als geplant. Für 2006 behielt der Konzern seine Prognose von 62 Mrd. Dollar bei.

Analysten sehen für 2005 einen niedrigeren Gewinn je Aktie von 2,74 Dollar bei etwas höheren Umsätzen in Höhe von 57,14 Mrd. Dollar. 2006 prognostizieren die Experten einen leicht höheren Gewinn von 3,31 Dollar je Aktie bei einem ebenfalls höheren Umsatz von 63,45 Mrd. Dollar.

Der nächste Arbeitskonflikt bei dem Luftfahrt- und Verteidigungskonzern naht jedoch: In der ersten Dezemberwoche laufen zwei Tarifverträge mit den Ingenieuren und technischen Mitarbeitern aus. Deren Vertreter haben bereits eine harte Verhandlungslinie angekündigt.

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