Zahlen fürs dritte Quartal
Continental ist flott unterwegs

Der Automobilzulieferer Continental hat im dritten Quartal dank eines starken Umsatzwachstums und Einmaleffekten einen Gewinnsprung erreicht. Die Markterwartungen wurden dabei deutlich übertroffen.

HB HANNOVER. Bereits in den ersten neun Monaten 2005 verdiente Conti so viel wie im gesamten Vorjahr. Dazu trugen ein kräftiges Umsatzplus bei, aber auch Sondereffekte. Nahezu alle Konzernbereiche wurden profitabler. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mit.

Konzernchef Manfred Wennemer sagte, es gebe keine Anzeichen für einen veränderten Trend im vierten Quartal, so dass Conti die Spitzenwerte des Vorjahres auch ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten übertreffen werde. Ein Sprecher ergänzte, dies könne „faktisch“ als Anhebung der Prognose verstanden werden.

Von Januar bis Ende September stieg der Umsatz vor allem auch wegen der Integration des übernommenen Wettbewerbers Phoenix um 11,1 % auf 10,2 Mrd. €. Die für Conti zentrale Kennziffer, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 36 % auf 1,1 Mrd. €. Der Überschuss kletterte um fast 55 % auf 734,6 Mill. €.

Damit übertraf Conti bei Ebit und Überschuss bereits nach neun Monaten die Gesamtwerte des Vorjahres. Im dritten Quartal 2005 stieg der Conti-Umsatz auf rund 3,4 (3,1) Mrd. €, das Ebit auf rund 451 (302) Mill. €. An der Börse gewann die Conti-Aktie nach Vorlage der Zahlen deutlich hinzu. Conti-Finanzchef Alan Hippe nährte die Hoffnung der Aktionäre, dass die Dividende für 2005 erhöht wird. Dazu gebe es „eine gute Chance“.

Mit Ausnahme von ContiTech steigerten alle Konzernbereiche in den ersten neun Monate ihre Umsatzrendite. Konzernweit stieg diese auf 11,1 (9,1) Prozent. Zum Ergebnisplus trugen aber in großem Umfang Einmaleffekte bei. So hatten in den ersten neun Monaten 2004 noch Aufwendungen in Höhe von rund 74 Mill. € für die Schließung der Reifenproduktion im US-Werk Mayfield das Ergebnis belastet. Zudem wurden in den USA die Pensionspläne für Angestellte umgestellt. Dies führte zu einem positiven Effekt von rund 100 Mill. €. Ohne Sondereffekte wäre das Ebit um rund 124 Mill. € gestiegen, hieß es.

Die Investitionen des Konzerns erhöhten sich in den ersten neun Monaten deutlich, und zwar von 450 auf 584 Mill. €. Schwerpunkte waren neue Produktionsanlagen für die neue Generation elektronischer Bremssysteme sowie der Ausbau von Produktionskapazitäten an „Niedrigkostenstandorten“, vor allem in Brasilien.

Conti hat in den vergangenen Jahren zunehmend Produktion ins Ausland verlagert und gilt dabei als Vorreiter nicht nur in der Autoindustrie. Gewerkschaften und Betriebsräte kritisieren dies heftig. Erst vor wenigen Tagen hatte Conti angedeutet, dass die Pkw- Reifenproduktion am Stammsitz Hannover aus Kostengründen eingestellt werden könnte.

Gestiegene Rohstoffpreise will Conti nach den Worten von Finanzchef Hippe an die Kunden weitergeben. Im Januar werden die Reifenpreise um drei bis acht Prozent erhöht. Weitere Steigerungen schloss Hippe nicht aus. Conti müsse 2005 deutlich mehr Geld für seine Rohstoffe bezahlen. Angesichts der Rekordölpreise werde die Belastung bei etwa 200 Mill. € liegen. Bislang hatte Conti mit 120 bis 150 Mill. € gerechnet.

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