Zahlen fürs dritte Quartal
Deutsche Merck legt tüchtig zu

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA ist nach einem deutlichem Gewinnplus im dritten Quartal optimistischer für das Gesamtjahr. Die Analysten zeigten sich sehr zufrieden.

HB FRANKFURT. „Dank exzellenter Produkte wie unserem Krebsmittel Erbitux und Flüssigkristallen sowie vieler anderer Produkte zeichnet sich ein weiteres sehr erfolgreiches Jahr für Merck ab“, erklärte Konzernchef Bernhard Scheuble am Dienstag in Darmstadt. Das Unternehmen erwarte nun im Gesamtjahr ein Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Zuvor war von einem einstelligen Plus die Rede gewesen. Beim operativen Gewinn erwarten die Darmstädter nun eine Verbesserung um einen zweistelligen Prozentsatz. Bisher hatte Merck noch keine Gewinnprognose gewagt.

Das Darmstädter Unternehmen ist nicht zu verwechseln mit dem US-Pharmakonzern Merck & Co., der am Vortag seine Zahlen vorgelegt hatte. Die US-Merck ist durch den Skandal um das Schmerzmittel Vioxx in die Schlagzeilen geraten.

Im dritten Quartal steigerte die deutsche Merck ihren Betriebsgewinn um 36 Prozent auf 291 Millionen Euro, wozu Sondererträge maßgeblich beitrugen. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 277,8 Millionen Euro gerechnet. Der Konzern verbuchte im dritten Quartal Zahlungen von rund 60 Millionen Euro aus einer Kooperationsvereinbarung mit dem japanischen Pharmakonzern Takeda für das in der Entwicklung befindliche Krebsmittel Matuzumab. Dazu kamen 10 Millionen Euro von der niederländischen Akzo-Nobel-Tochter Organon, die Lizenzen für ein Verhütungsmittel von Merck erworben hat.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 181,5 Millionen Euro in den Büchern, ein Plus von 57 Prozent. Der Konzern setzte im Quartal 1,472 Milliarden Euro um, ein Plus von knapp 9 Prozent. Der Umsatz mit dem neuen Krebsmedikament Erbitux lag im Quartal bei 59 Millionen Euro, ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro mit dem Medikament.

Das Umsatzwachstum mit Flüssigkristallen habe sich dank starker Nachfrage nach Großbild-Fernsehern im dritten Quartal wieder erholt, teilte Merck weiter mit. Die Sparte kam auf Erlöse von 199 Millionen Euro, ein Plus von 40 Prozent binnen Jahresfrist. Die Umsatzrendite des Bereich habe bei 46,4 Prozent gelegen nach 42,7 Prozent im zweiten Quartal. Die Darmstädter sind Weltmarktführer in diesem Geschäft.

Analysten sprachen in ersten Reaktionen von einem überzeugenden Quartalsbericht. „Das sind starke Zahlen quer durch die Bereiche, selbst wenn man die Einmalzahlungen herausnimmt“, sagte Pharmaanalyst Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Die Ergebnisse zeigten, dass der Margendruck bei den Flüssigkristallen nur zeitweilig vorhanden war. Zudem sei Erbitux auf dem Weg, wie von Merck erhofft ein 500-Millionen-Euro-Medikament zu werden.

Am Vortag hatte der deutsche Konkurrent Schering bereits eine gute Zwischenbilanz vorgelegt.

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