Zahlen fürs dritte Quartal
Ford gerät ins Schleudern

Der US-Autohersteller Ford hat das dritte Quartal mit Verlusten abgeschlossen. Auch die Finanztochter konnte das schlechte Ergebnis nicht verhindern.

HB DETROIT. Der zweitgrößte Autokonzern der USA gab am Donnerstag vor Börseneröffnung einen Nettoverlust von 284 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie bekannt. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 266 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie gemacht. Ohne Sonderposten lag der Verlust bei 10 Cent je Aktie; Analysten hatten auf dieser Basis mit einen Verlust von 9 Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz stieg von 39,1 auf 40,9 Milliarden Dollar.

Ford verkaufte in den USA weniger Autos, wo hingegen Konkurrenten aus Fernost wie Toyota und Nissan Marktanteile gewannen, was nicht zuletzt an den besseren und neueren Modellen der ausländischen Konkurrenz lag. Ford verkaufte im vergangenen Monat in den USA 19 Prozent weniger Fahrzeuge. GM und Ford rechnen auch für den Oktober mit einem weiterhin schwachen Absatz. Die Kunden hätten die aggressiven Rabatte im Sommer genutzt und Käufe vorgezogen, die nun fehlten. Nicht mal mehr die bis dato gut laufenden und hoch profitablen sportlichen Geländewagen rollen mehr vom Hof der Händler. Den US-Amerikanern wird der Treibstoff für die spritschluckenden Boliden zu teuer.

Mit Autos verdienen Ford und GM momentan kein Geld, sondern nur durch die Finanzierung der Wagen. Im Vorquartal hatte die Finanztochter Ford so noch vor einem Absturz in die roten Zahlen bewahren können. Das ist im dritten Quartal nicht mehr gelungen. Während die Finanzsparte im dritten Quartal einen Gewinn von 577 Millionen Dollar auswies, verbuchte der Autobereich einen Verlust von 1,3 Milliarden Dollar.

Die Probleme von Ford steigen auch wegen der Finanzprobleme des Konzerns. So führte der Abstufung des Kredit-Ratings des Unternehmens auf „Ramsch“-Status zu einem Anstieg der Kosten bei der Aufnahme von Krediten.

Damit wächst der Druck auf Ford, seinen Sparplan für die Nordamerika-Division vorzulegen. Ford hatte bisher lediglich mitgeteilt, im Herbst einen Umstrukturierungsplan zu präsentieren. Das Unternehmen schloss dabei einen größeren Stellenabbau und Werkschließungen nicht aus. Durch den im September angekündigten Verkauf der Mietwagen-Tochter Hertz - dem Tafelsibler des Konzerns neben der Finanztochter - will Ford seine Kasse mit Milliarden aufbessern.

Trotz des schwachen Quartalsergebnisses blieb das Unternehmen in den ersten neun Monaten noch in der Gewinnzone. Im Gesamtjahr 2005 erwartet Ford einen Gewinn am unteren Ende seiner bisherigen Prognose von 1,00 bis 1,25 Dollar je Aktie.

Die Ford-Aktie fiel im vorbörslichen Handel um 1,5 Prozent auf 8,34 Dollar. Im bisherigen Verlauf des Jahres war der Kurs um mehr als 40 Prozent gesunken.

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