Zahlen fürs dritte Quartal
Glaxo-Smith-Kline setzt auf das Geschäft mit der Vogelgrippe

Europas größter Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline hat im dritten Quartal sehr gut verdient. In den kommenden Monaten dürfte das Geschäft sogar noch besser laufen, kündigte der britische Konzern am Donnerstag doch an, wohl schon bald einen Impfstoff gegen die Vogelgrippe zu haben.

HB LONDON. Dank starker Nachfrage nach dem Top-Medikament Advair gegen Asthma und dem Diabetes-Präparat Avandia kletterte der Gewinn im dritten Quartal um 20 Prozent auf 1,25 Milliarden Pfund oder 21,3 Pence je Aktie. Auch Einsparungen trugen zu dem Anstieg bei. Analysten hatten lediglich mit 19,8 Pence gerechnet. Glaxo-Smith-Kline (GSK) setzte im Quartal 5,47 Milliarden Pfund um, ein Plus von 11 Prozent zum Vorjahr.

Für 2005 werde beim Gewinn ein Wachstum von rund 15 Prozent zu konstanten Wechselkursen erwartet, teilte GSK mit. Bislang hatte das Unternehmen ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Der auch stark im Bereich Grippeimfstoffe tätige Konzern teilte mit, er werde die Vorbereitungen für die Bereitstellung eines Impfstoffes im Falle einer Grippe-Pandemie beschleunigen. GSK baue Kapazitäten auf, zudem sollen mehr Werke des Konzerns hierzu herangezogen werden.In Deutschland hatte der Konzern Anfang Juli angekündigt, seine Produktion von Grippeimpfstoffen in Dresden massiv auszubauen.

GSK entwickle zudem einen Prototyp eines Impfstoffs zur Bekämpfung des für den Menschen gefährlichen Vogelgrippe-Erregertyps H5N1. Die klinische Erprobung dieser Substanz werde in Kürze gestartet, Ergebnisse seien im zweiten Quartal 2006 zu erwarten.

GSK plant außerdem, die Produktion seines Grippe-Medikaments Relenza zu erhöhen. Dazu will GSK auch Produktionslizenzen an andere Unternehmen vergeben. Relenza verringert wie Tamiflu von Roche die Beschwerden bei einer Influenza. Beide Mittel sind von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Einnahme bei einer Vogelgrippe-Erkrankung empfohlen worden. Noch in diesem Jahr will der Konzern in den USA und in Europa Zulassungsanträge für Relenza als Mittel zur Grippe-Prophylaxe stellen.

Die GSK-Aktie war angesichts hoher Erwartungen an die Medikamentenkandidaten des Konzerns in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Analysten trauen gleich mehreren Entwicklungssubstanzen zu, Medikamente mit einem Jahresumsatz von mehreren Milliarden Dollar zu werden. Ende November will der Konzern Investoren zum Stand der Entwicklung neuer Krebsmedikamente informieren.

„Die Performance im Quartal verdeutlicht die Vitalität unseres Geschäfts“, kommentierte Konzernchef Jean-Pierre Garnier den Quartalsausweis. „GSK begegnet der Zukunft mit Zuversicht“, ergänzte er. Die GSK-Aktie gewann an der Börse in London zwei Prozent auf 14,26 Pfund.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%