Zahlen fürs dritte Quartal
MAN rollt von Erfolg zu Erfolg

Das starke Nutzfahrzeuggeschäft und der Boom bei Dieselmotoren haben dem Münchener Konzern ein überraschend starkes drittes Quartal beschert. Auch für 2006 sagte MAN am Mittwoch Zuwächse voraus, obwohl die Branche ein Abflachen des Nutzfahrzeugbooms erwartet.

HB MÜNCHEN. Im dritten Quartal legte das operative Ergebnis mit einem Anstieg von 46 % auf 188 Mill. € stärker zu als von Analysten erwartet. Größter Wachstumsbringer war erneut die Nutzfahrzeugsparte und hier vor allem der Bus-Bereich. Für das laufende Jahr rechnet MAN noch mit einem leichten Wachstum des Lkw-Marktes, für das kommende dann allerdings wie die Konkurrenten Scania und Volvo mit einer Stagnation. Positiv stimmen die Münchner aber volle Auftragsbücher, die das Ergebnis stärken sollen.

Auch die Geschäftsbereiche Dieselmotoren und das jahrelange Sorgenkind des Konzerns, die Druckmaschinensparte, hätten zum guten Ergebnis im dritten Quartal beigetragen, teilte der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern mit. Sowohl der Rollen- als auch der Bogendruck hätten zugelegt. „Im Bogengeschäft haben wir erstmals seit mehreren Quartalen einen kleinen Gewinn geschrieben“, sagte MAN-Finanzvorstand Ferdinand Graf von Ballestrem. Sollte das Bogengeschäft wie geplant die Gewinnschwelle erreichen, rechnet MAN für die Druckmaschinensparte für 2005 mit einem operativen Ergebnis im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Im vergangenen Jahr hatte die Sparte lediglich drei Mill. € verdient.

Der Konzernumsatz stieg im Quartal um fünf Prozent auf 3,56 Mrd. €, der Auftragseingang um zwei Prozent auf 3,93 Milliarden. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 116 Mill. €, rund 60 % mehr vor Jahresfrist. Darin sind noch Randaktivitäten wie MAN Technologie, Wolffkran oder Schwäbische Hüttenwerke (SHW) enthalten, die MAN im Laufe des Jahres verkauft hat. Auch von seinem Weingut trennte sich MAN.

Für das Gesamtjahr rechnen die Münchner für ihre fünf Kernbereiche weiter mit einem Umsatzanstieg um gut drei Prozent auf 15 Mrd. €, nach einem Plus von fünf Prozent in den ersten neun Monaten. Der Auftragseingang soll sogar um zwölf Prozent auf 17,5 Mrd. € klettern, nach einem von Großaufträgen getriebenen Zuwachs von 21 % bis Ende September. Der operative Gewinn soll um mindestens ein Viertel auf deutlich über 700 (566) Mill. € zulegen.

Für 2006 stellte der Konzern, der weitere Kostensenkungen plant, ein „spürbares“ Umsatzwachstum und ein deutlich steigendes operatives Ergebnis in Aussicht. Dadurch käme der Konzern seinem Ziel einer operativen Umsatzrendite von sechs Prozent erheblich näher, die nach bisheriger Planung 2007 erreicht werden soll. Im vergangenen Jahr lag die Kennziffer bei 3,8 %. Um die operativen Margen der Konkurrenz zu erzielen, habe MAN noch viel Arbeit vor sich, sagte der Finanzvorstand. Scania hatte den Markt mit einer Rendite von 8,3 % im dritten Quartal enttäuscht.

„Jetzt zeigen sich die Effekte der Maßnahmen, mit denen MAN die Rendite steigern und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren will“, sagte Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Die MAN-Aktie lag am frühen Nachmittag gegen den schwächeren Markttrend 0,3 % im Plus auf 39,85 €.

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