Zahlen fürs erste Geschäftsquartal
Procter & Gamble wächst und wächst

Der US-Konsumgüter-Riese Procter & Gamble hat im ersten Geschäftsquartal seinen Gewinn gesteigert. Um weiter wachsen zu können, soll es eventuell bei der deutschen Tochter Wella Veränderungen geben.

HB CHICAGO. Der Gewinn habe 2,03 Milliarden Dollar oder 77 Cent pro Aktie betragen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Im Vorjahr waren es 1,94 Milliarden oder 70 Cent pro Aktie gewesen. Analysten hatten im Schnitt mit 76 Cent pro Aktie gerechnet.

Der Quartalsumsatz stieg um 8 Prozent auf 14,79 Milliarden Dollar. Gute Verkäufe bei den Gesundheits - und Pflegeprodukten hätten steigende Rohstoffkosten und negative Auswirkungen infolge der ungewöhnlich heftigen Hurrikansaison mehr als ausgeglichen.

Procter & Gamble ist bekannt für Gillette-Rasierklingen, Pampers-Windeln, Blend-a-med-Zahncreme und das Waschmittel Ariel. Der US-Konzern hält 96,9 Prozent am deutschen Haarpflegespezialisten Wella.

Für das zweite Geschäftsquartal erwartet Procter & Gamble ein Umsatzplus zwischen 23 und 26 Prozent. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 0,66 und 0,69 Dollar liegen. Für das Gesamtjahr 2005/06 erwartet das Unternehmen einen Zuwachs beim Nettoumsatz zwischen 17 und 19 Prozent. Das Plus soll vor allem aus Unternehmenszukäufen herrühren. Aus sich selbst heraus will Procter & Gamble zwischen 5 und 6 Prozent mehr umsetzen. Damit bestätigte das Unternehmen seine zuvor gemachte Prognose am oberen Ende. Der Gewinn je Aktie soll inklusive Sonderposten zwischen 2,54 und 2,60 Dollar liegen.

Einer größten Zukäufe in Deutschland war Wella vor zwei Jahren. Nun erwägt Procter & Gamble, Teile seines restlichen Deutschland-Geschäfts in den Haarpflegekonzern einzubringen. Wenn, dass würde dies durch eine Kapitalerhöhung bei Wella geschehen, sagte ein Sprecher des Konzerns. Es werde zudem geprüft, die gesellschaftliche Struktur der Gruppe in Deutschland zu vereinfachen, um Voraussetzungen für künftige Kostensenkungen zu schaffen. Für die Mitarbeiter und die operative Führung der Teilbereiche würde sich aber nichts dadurch ändern, sagte der Sprecher.

Wella will sich auf einer Hauptversammlung am 13. Dezember von den Aktionären die Genehmigung für eine Kapitalerhöhung um knapp 33,8 Millionen Aktien einholen. Gemessen am derzeitigen Aktienkurs von rund 85 Euro könnte Wella damit bis zu rund 2,8 Milliarden Euro aufbringen. Die Kapitalerhöhung kann bis Ende 2010 gegen Bar- und Sacheinlagen vollzogen werden. Bisher hat Wella kein genehmigtes Kapital. Auf der Hauptversammlung soll auch die Zwangsabfindung der außen stehenden Wella-Aktionäre beschlossen werden.

Die Darmstädter hatten nach der Übernahme durch Procter & Gamble im Jahr 2003 gründlich umstrukturiert und neben dem Friseur-Bereich in Nordamerika auch ihr Endverbraucher-Geschäft schrittweise an die US-Mutter abgegeben. Das weltweite Friseur- und Duft-Geschäft von Wella und Procter & Gamble wurde in der neuen Organisation „P&G Global Prestige & Professional Care“ zusammengeführt.

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