Zahlen fürs erste Halbjahr
Deutsche mögen ihr Bier nicht mehr

Der Bierkonsum in Deutschland geht weiter zurück. Das hat ganz besonders die Nummer eins unter den Brauerei-Konzernen, Oetker, zu spüren bekommen. Das Ausland dagegen ist ganz begierig auf Pils und Co.

HB WIESBADEN. Im ersten Halbjahr wurden im Inland 44,9 Millionen Hektoliter abgesetzt, das sind 0,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Deutschen immer weniger Durst auf Bier.

Dagegen stieg der Absatz der Brauereien in die übrigen EU-Länder im ersten Halbjahr um 7,3 Prozent auf 5,5 Millionen Hektoliter. Insgesamt ergibt sich dadurch ein Plus der deutschen Brauereien beim Bierabsatz von 0,3 Prozent.

Deutlich zulegen konnten Mixgetränke. Bei Bier mit Limonade, Cola, Fruchtsäften oder anderen alkoholfreien Zusätzen wurde ein Plus von 19,3 Prozent verbucht. Allerdings machen diese Getränke zusammen nur einen Anteil von 3,0 Prozent am gesamten Bierabsatz aus.

„Der Biermarkt wird in der Tendenz weiter rückläufig sein“, sagte der Chef der Oetker- Biersparte, Ulrich Kallmeyer, im Hinblick aufs Inland. Dafür sprächen eine Reihe von Faktoren wie die rückläufige Bevölkerungsentwicklung, Promille-Grenzen für Autofahrer und auch veränderte Konsumgewohnheiten.

Nur bei Billigstbier mit Kasten- Preisen unter fünf Euro und Discounterbier gebe es deutliche Zuwächse. Das Plus bei Biermischgetränken sei unter anderem eine Folge der Alcopop-Sondersteuer. Einige Konsumenten seien nach der Verteuerung hochprozentiger süßer Getränke auf den Biermix umgestiegen.

Gravierende Veränderungen sieht der Manager auf den Biermarkt im nächsten Jahr zukommen. „„Ich glaube an ein Comeback der Dose“, sagte Kallmeyer. Nach dem Aufbau eines einheitlichen Rücknahmesystems für Einwegverpackungen in Deutschland würden einige Handelspartner aus Kostengründen sicherlich ganz auf Einweg setzen. „Das wird besonders die kleinen Brauereien treffen, die kein Einweg im Angebot haben.“ Große Brauereien könnten dagegen schnell reagieren. „Wir haben vier Dosenlinien, die auf Beschäftigung warten.“

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