Zahlen fürs zweite Quartal
Digitalfotografie kostet bei Kodak 10 000 Jobs zusätzlich

Bei Kodak fallen bis zu 10 000 Stellen mehr weg als ursprünglich geplant. Grund war die schlechte Entwicklung im zweiten Quartal. Das ursprüngliche Umbauprogramm aus dem Jahr 2004 sah noch den Abbau von 15 000 Stellen vor.

HB ROCHESTER. Vom Umsatz her hat sich das zweite Quartal für Kodak zwar gut entwickelt. Er legte von 3,5 auf 3,7 Milliarden Dollar zu. Doch verdient hat Kodak nichts. Der Konzern wies am Mittwoch einen Verlust von 146 Millionen Dollar aus gegenüber einem Gewinn von 136 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Kodak werde deshalb rund 7000 Stellen in den Produktionsbetrieben zusätzlich abbauen und 2300 Positionen in der Verwaltung, hieß es. Dadurch sollen die Kosten zusätzlich um 800 Millionen Dollar im Jahr gesenkt werden. Die Maßnahmen an sich sollen rund 470 Millionen Dollar kosten. Im Rahmen des im Januar 2004 angekündigten Umbauprogramms hat Kodak bereits 13 475 Stellen bis dato gestrichen.

Der Konzern war mit dem Siegeszug der Digitalfotografie ins Schlingern geraten. Der Umsatz in der hochprofitablen Filmsparte brach ein. Kodak verkannte aber die Gefahr fürs Geschäft und stellte nicht schnell genug auf digitale Produkte um. Inzwischen ist der Konzern aus Rochester zwar Marktführer bei Digitalkameras in den USA, doch von Gewinnspannen von 50 Prozent wie bei den Kleinbildfilmen ist man dort meilenweit entfernt. Die permanente Weiterentwicklung der Technik verschlingt riesige Summen.

Kodak kündigte an, die Produktions-Infrastruktur für Produkte der traditionellen Fotografie - vor allem Filme - von 2,9 Milliarden Dollar Anfang 2004 in den nächsten zwei Jahren auf 1 Milliarde Dollar stutzen zu wollen. Die Gesamtbelastungen der Restrukturierung dürften unter anderem durch die neu angekündigten Entlassungen auf 2,7 bis 3 Milliarden Dollar steigen gegenüber einer ursprünglichen Schätzung von 1,3 bis 1,7 Milliarden Dollar. Die jährlichen Kostenersparnisse sollen parallel dazu auf insgesamt 1,6 bis 1,8 Milliarden Dollar steigen gegenüber der ursprünglichen Schätzung von 0,8 bis 1,0 Milliarden Dollar.

Kodak-Konzernchef Antonio M. Perez verwies auf den „rascheren Verkaufsrückgang bei den traditionellen Verbraucherprodukten und -dienstleistungen“. Deshalb müsse Kodak seine Kosten aggressiver senken. Kodak befindet sich mitten in einer Umstellung auf digitale Produkte wie Digitalkameras, medizintechnische Diagnostik und entsprechende Dienstleistungen. Das Unternehmen wolle den Umbau innerhalb von 24 Monaten hinter sich bringen, erklärte Perez.

Im gesamten ersten Halbjahr addierten sich die Verluste auf 288 Millionen Dollar gegenüber einem Gewinn von 157 Millionen Dollar vor einem Jahr. Der Halbjahresumsatz stieg von 6,4 auf 6,5 Milliarden Dollar.

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