Zahlen fürs zweite Quartal
Fiat fährt ins Plus

Der italienische Industriekonzern Fiat hat im zweiten Quartal wieder Gewinne geschrieben. Auch die angeschlagene Autosparte machte Fortschritte.

HB MAILAND. Der Konzern erwirtschaftete einen Gewinn von 217 Millionen Euro gegenüber einem Fehlbetrag von 246 Millionen Euro im Jahr davor. Ohne eine Finanzspritze des US-Autokonzerns General Motors (GM) wäre das Ergebnis allerdings nicht so gut ausgefallen. GM hatte sich mit Fiat im Frühjahr darauf geeinigt, sich für 1,55 Milliarden Euro von der Verpflichtung freizukaufen, die defizitäre Auto-Sparte übernehmen zu müssen. Fiat hatte 20 Prozent seiner Anteile an Fiat Auto im Jahr 2000 an GM verkauft und eine Option zum Verkauf der restlichen 80 Prozent mit GM vereinbart. Da GM jedoch selbst in Schwierigkeiten steckt, wollten die US-Amerikaner nicht auch noch den Problemfall Fiat Auto hinzubekommen.

Im zweiten Quartal sei der operative Gewinn im Konzern von 181 Millionen Euro im Vorjahr auf 360 Millionen Euro gestiegen, teilte Fiat mit. Analysten hätten sich schon mit 228 Millionen Euro zufrieden gegeben. Fiat Auto habe den Verlust von 238 auf 88 Millionen Euro abgebaut. Analysten hatten bei Fiat Auto im Schnitt einen Fehlbetrag von 144 Millionen Euro vorhergesagt.

In der Autosparte konnte Fiat nach eigenen Angaben angesichts günstiger Wechselkursentwicklungen aus dem boomenden Brasilien-Geschäft den Umsatz von 4,89 auf 5,01 Milliarden Euro steigern, obwohl der Absatz um 4,8 Prozent fiel. „Es ist unglaublich, was sie dort geschafft haben. Der Absatz fällt und sie verringern den Verlust“, sagte Analyst Eric-Alain Michelis von SG Securities. Viele Autohersteller hatten zuletzt versucht, den Absatz durch die Gewährung hoher Rabatte zu steigern.

In seinen anderen Fahrzeug-Sparten schrieb der italienische Konzern schwarze Zahlen. So erzielte der Lkw- und Bushersteller Iveco einen Gewinn von 110 Millionen Euro bei einem Umsatz von 2,44 Milliarden Euro. Der Traktoren- und Planierraupen-Produzent CNH Global verdiente operativ 281 Millionen Euro bei einem Umsatz von 2,84 Milliarden Euro.

Die Schulden konnte der Konzern bis Ende Juni auf 9,16 Milliarden Euro von 10,06 Milliarden Euro Ende März abbauen.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Fiat seine Ziele. Dazu zählt ein Reingewinn in der Gruppe und eine Reduzierung des Verlustes in der Autosparte. 2006 soll die schwerste Krise der Fiat-Geschichte endgültig überwunden sein. Branchenexperten zeigten sich von den Zahlen positiv überrascht. Die Fiat-Aktien legten mehr als vier Prozent zu.

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