Zahlen fürs zweite Quartal
Gut verdienende Total lässt Russland-Geschäft platzen

Der französische Öl- und Gaskonzern Total hat wie seine Wettbewerber vom hohen Ölpreis profitiert und glänzende Zahlen vorgelegt. Einen Wermutstropfen gab es allerdings: Ein Russland-Geschäft platzte.

HB PARIS. Der Überschuss wuchs um 35 Prozent auf 3,08 Milliarden Euro. Der operative Gewinn in den Hauptgeschäftsfeldern stieg von 4,03 Milliarden Euro auf 5,54 Milliarden, wie Total am Donnerstag mitteilte. In Dollar gemessen stieg der Quartalsgewinn um 39 Prozent und damit deutlicher als der des Marktführers Exxon Mobil, der einen Anstieg um 32 Prozent berichtet hatte. BP verzeichnete einen Gewinnzuwachs im Quartal um mehr als 40 Prozent.

„Die weiter steigende Nachfrage und eine hohe Kapazitätsauslastung bei Produktion und Raffination haben die Rohölpreise und die Margen im Raffinerie-Geschäft nach oben getrieben“, erklärte der Chef des nach Marktwert weltweit viertgrößten Ölkonzerns, Thierry Desmarest.

Zeitgleich mit der Vorlage der Quartalszahlen hat Total bekannt gegeben, nicht mehr wie geplant beim größten unabhängigen russischen Gasproduzenten Novatek einsteigen zu wollen. Total verzichte darauf, die Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie bei Novatek für 850 Millionen Dollar (697 Millionen Euro) zu übernehmen, hieß es in einem Quartalsbericht des Konzerns. Das russische Kartellamt sei bereits davon in Kenntnis gesetzt worden, meldete die Agentur Interfax am Donnerstag in Moskau.

Total hatte im September vergangenen Jahres die Absicht bekundet, die Sperrminorität an Novatek zu erwerben, und einen Antrag beim Kartellamt in Moskau gestellt. Seit dieser Zeit habe sich jedoch nichts getan. Ihren Rückzug erklärten die Franzosen mit „ständigen, schwer nachvollziehbaren Verschiebungen seitens der russischen Behörden“.

Novatek besitzt Gasvorräte von geschätzt 1,68 Billionen Kubikmetern. 2004 erwirtschaftete das Unternehmen einen Reingewinn von 25,2 Milliarden Rubel (720 Millionen Euro). Ende Juli dieses Jahres platzierte Novatek knapp 17 Prozent ihrer Aktien für 878,5 Millionen Dollar an der Londoner Börse.

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