Zahlen fürs zweite Quartal
Lanxess spart und spart

Lanxess hat im zweiten Quartal dank Einsparungen so gut verdient, dass er die Prognose für das Gesamtjahr nach oben schraubte. Der Chemiekonzern kündigte eine zweite Sparrunde an - wiederum mit Stellenstreichungen.

HB FRANKFURT. Zwischen April und Juni habe der Konzern bei einem Umsatz von 1,86 Milliarden Euro einen Überschuss von 24 Millionen Euro erwirtschaftet, teilte die MDAX notierte Gesellschaft am Donnerstag in Leverkusen mit. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 Prozent zulegte, war vor einem Jahr noch ein Verlust von 29 Millionen Euro ausgewiesen worden.

Lanxess ist eine Abspalung des Bayer-Konzerns, in dem dieser einige seiner Problemsparten ausgelagert hat. Entsprechend hoch ist der Druck, das Unternehmen rentabel zu machen. Im Januar ging das Unternehmen an die Börse und ist seitdem mehrheitlich in Streubesitz.

Beim operativen Gewinn übertraf der Konzern die Erwartungen von Analysten. "Bereits eingeleitete Restrukturierungen und die konsequent angewandte Preis-vor-Mengen-Strategie haben sich positiv auf unser Ergebnis ausgewirkt", bilanzierte Lanxess-Chef Axel Heitmann in Leverkusen den Zwischenbericht.

Die Neuausrichtung des Konzerns werde weiterhin höchste Priorität haben, um die Ergebnislücke zum Wettbewerb zu schließen, kündigte Lanxess-Chef Heitmann an. Im Rahmen eines zweiten Sparpakets will der Konzern jährliche Einsparungen von 60 Millionen Euro erzielen, zwei Drittel davon sollen bereits 2007 eingefahren werden. Dabei gebe es auch Schließungen nicht-profitabler Standorte, vor allem in USA und Europa. Etwa 450 Stellen sind von dem Sparpaket betroffen, für das die im Gesellschaft bis 2008 Einmalkosten von rund 100 Millionen Euro veranschlagt.

Das Lanxess-Management hatte angekündigt, durch massive Restrukturierungen und Stellenkürzungen die langfristige Überlebensfähigkeit des Konzerns sichern zu wollen. In Deutschland war der Konzern dabei unlängst ein großes Stück weitergekommen. Im Juni war ein Maßnahmenbündel unter Dach und Fach gebracht worden, mit dem die Verluste schreibenden Bereiche Feinchemikalien und Kunststoffe (Styrenic Resins) neu ausgerichtet werden sollen. Das Sparpaket sieht den Abbau von insgesamt 960 Stellen bis Ende 2007 vor. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten nahm im zweiten Quartal um 41,7 Prozent auf 163 Millionen Euro zu. Analysten hatten im Schnitt lediglich 151 Millionen Euro erwartet. Die Ebitda-Marge vor Sonderposten verbesserte sich von 6,9 auf 8,8 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet das Management nun, bei einem moderaten Umsatzanstieg ein Ebitda vor Sonderposten von 550 bis 560 Millionen Euro zu erreichen. Das wäre ein Plus von mindestens 23 Prozent. Bislang war nur ein Zuwachs von mehr als 10 Prozent in Aussicht gestellt worden.

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