Zahlen fürs zweite Quartal
Merck verdient weniger als erhofft

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat die Analysten im zweiten Quartal enttäuscht - und das trotz eines beachtlichen Gewinn- und Umsatzwachstums.

HB FRANKFURT. Der operative Gewinn habe um 15 Prozent auf 202,9 Millionen Euro zugelegt, teilte Merck am Donnerstag mit. Analysten hatten im Schnitt allerdings mit 219,1 Millionen Euro gerechnet. Der Konzern setzte im Quartal 1,48 Milliarden Euro um, ein Plus von 8,6 Prozent binnen Jahresfrist.

Merck bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr. „Ohne die veräußerten Bereiche erwartet die Merck-Gruppe 2005 weiterhin ein Umsatzwachstum im einstelligen Bereich“, erklärte Merck-Chef Bernhard Scheuble.

Im Zuge der Konzentration auf ertragsstarke Kerngeschäfte hatte sich Merck 2004 von seinem Labordistributionsgeschäft VWR International getrennt und im laufenden Jahr sein Geschäft mit Elektronik-Chemikalien verkauft. Beide Sparten waren durch ein großes Umsatzvolumen bei niedrigen Gewinnmargen gekennzeichnet.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im zweiten Quartal um 34 Prozent auf 340 Millionen Euro. Allerdings waren im Vorjahreszeitraum noch hohe Millionengewinne aus dem Verkauf von VWR verbucht worden. Auch der Gewinn nach Fremdanteilen, der um 31,5 Prozent auf 248,3 Millionen Euro schrumpfte, wurde davon beeinflusst.

Im Flüssigkristallgeschäft habe Merck einen Umsatz von 183 Millionen Euro erzielt, ein Plus von 9,9 Prozent. Allerdings sei wegen hoher Forschungskosten in dem Bereich die Umsatzrendite von 51,1 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 42,7 Prozent gesunken, teilte Merck mit.

In der Pharmasparte stach das neue Krebsmedikament Erbitux hervor. Hiermit habe Merck im zweiten Quartal 52 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet nach 42 Millionen Euro im ersten Quartal. Im gesamten Einführungsjahr 2004 waren es erst 77 Millionen Euro gewesen.

Im Zuge der Fokussierung auf margenstarke Geschäfte hatte Merck im Juni seine mittelfristigen Finanzziele angehoben. Die Zielmarke für die Umsatzrendite erhöhten die Darmstädter von 15 auf 20 Prozent. Das Ziel für die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) liegt nun bei 25 statt bei 15 Prozent.

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