Zahlen fürs zweite Quartal und neue Strategie
Puma-Chef träumt vom Mode-Imperium

Puma hat viel vor: Gleich mehrere Sport- und Lifestyle-Marken sollen zugekauft und das Geschäft in Asien in die eigene Hand genommen und ausgebaut werden. Die Kasse ist gefüllt. Puma hat im zweiten Quartal gut verdient.

HB NÜRNBERG. Der erfolgsverwöhnte Puma-Chef Jochen Zeitz hat große Pläne. Er will den Umsatz von derzeit 2 Milliarden Euro binnen fünf Jahren auf 3,5 Milliarden Euro in die Höhe schnellen lassen. „Phase IV“ nennt er sein ehrgeiziges Programm. In den ersten drei Phasen hatte der dynamisch auftretende Manager Puma aus der existenzbedrohenden Krise geführt und erfolgreicher gemacht denn je. Der Börsenwert des Unternehmens stieg in den vergangenen zehn Jahren um das Zehnfache.

War Zeitz bislang ein Verfechter des Wachsens aus dem Unternehmen heraus, hat er nun Firmenkäufe angekündigt. Puma sieht sich derzeit um, welche Sportartikel-Hersteller und Lifestyle-Marken zum Konzern passen könnten. Zeitz schließt sogar den Kauf eines klassischen Modeherstellers nicht aus. „Wir werden sehen“, sagte er. Analysten hatten seit längerem gesagt, dass Puma ein klassisches Modehaus von der Größe von Benetton oder Lacoste übernehmen könnte, um seine Produktpalette zu erweitern. Das nötige Geld hat Zeitz schon eingeplant: 500 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren.

Zeitz betonte aber, bei den geplanten Akquisitionen vorsichtig vorgehen zu wollen, da viele Übernahmen im Sportsektor nicht gut gelaufen seien. Zuletzt hatte Adidas seine Wintersport-Sparte Salomon wieder verkauft, nachdem die Nummer zwei der Branche nach Nike fünf Jahre lang vergeblich versucht hatte, Salomon profitabel zu machen. „Wir werden keine Übernahme machen, nur um der Übernahme willen“, sagte Zeitz.

Die „Nicht-Puma-Marken“ sollen in den kommenden fünf Jahren allerdings nicht mehr als 10 Prozent zu den Puma-Gesamtumsätzen beitragen, relativierte Zeitz seine Pläne.

Anleger reagierten dennoch irritiert auf die Expansions-Pläne von Zeitz, der bislang eher als expansionskritisch galt. Der Puma-Kurs war nach der Veröffentlichung der guten Quartals- und Halbjahreszahlen zunächst steil nach oben geschnellt, um nach Bekanntwerden der Pläne von 238 Euro auf 206 Euro abzustürzen. Anschließend erholte sich der Kurs wieder und lag am frühen Nachmittag bei rund 214 Euro, was einem Kursverlust im Vergleich zum Vortag von rund 5 Prozent bedeutete.

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