Zahlen zum zweiten Quartal und zum Halbjahr
Gewinnrückgang bei Electrolux gefährdet AEG-Werk

Der schwedische Haushaltsgeräte-Hersteller Electrolux hat im zweiten Quartal weniger Gewinn eingefahren. Schuld sei der harte Wettbewerb und höhere Materialkosten. Nun steht die Schließung von Fabriken in Spanien und Italien bevor. Die Zukunft eines deutschen AEG-Standorts ist noch ungeklärt.

HB STOCKHOLM. Electrolux musste im zweiten Quartal Gewinneinbußen hinnehmen. Als Gründe wurden vor allem die gestiegenen Rohstoffpreise genannt. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, sank der Überschuss im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Kronen (127 Millionen Euro). Der Umsatz erreichte 33,97 Milliarden Kronen. Das entspricht einem Plus von 6,3 Prozent.

"Wir konnten die Preise in einzelnen Märkten heben, aber das konnte den grundsätzlichen Kostenanstieg nicht kompensieren", erklärte der Konzern. Das Unternehmen, das unter anderem die Marken AEG, Zanussi und Frigidaire vertreibt, wird als ein Schlüsselindikator für die weltweite Nachfrage nach Konsumgütern gesehen.

Electrolux konnte allerdings in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Überschuss von 2,05 Milliarden Kronen erwirtschaften. Das sind 13,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Halbjahresumsatz legte um 2,0 Prozent auf 63,7 Milliarden Kronen zu. Die Electrolux-Aktie stieg im Stockholmer Handel am Montagvormittag um 2,69 Prozent auf 171,50 Kronen.

Für das Gesamtjahr erwartet Konzernchef Hans Straberg ein operatives Ergebnis, das leicht unter dem Vorjahresniveau liegen werde. Electrolux nimmt derzeit eine Restrukturierung vor, bei der Kosten von 3 bis 4 Milliarden Kronen anfallen können. Nach Auskunft von Straberg laufe derzeit eine Prüfung, ob das Nürnberger AEG-Werkes möglicherweise geschlossen wird. Es würde rund 2,1 Milliarden Kronen kosten, das Werk für Waschmaschinen- und Geschirrspüler mit seinen 1750 Beschäftigten dicht zu machen. In Deutschland leidet Electrolux vor allem unter einem starken Preisverfall.

Anfang des Jahres hatte Electrolux angekündigt, rund die Hälfte seiner Produktionsstätten in Westeuropa und Nordamerika in Niedriglohnländer zu verlagern oder ganz zu schließen. Bislang wurde die Schließung eines Kühlschrankwerkes in Spanien und einer Rasenmäherfabrik in Italien beschlossen. Außerdem soll die Produktion in einem weiteren Kühlschrankwerk in Italien zurückgefahren werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%