Zahlungsstopp
Karmann-Mitarbeiter warten auf Lohn

Etliche Mitarbeiter des insolventen Automobilzulieferer Karmann warten bisher vergeblich auf ihren Lohn für März. Das Unternehmen hat die Zahlungen an die Mitarbeiter vorerst gestoppt, sagte ein Sprecher des Involvenzverwalters. Die Unruhe in der Belegschaft wächst.

BRÜCK/RHEINE. Teile der Belegschaft des insolventen Cabrio-Herstellers Karmann warten noch auf ihren Lohn für März. Nach Gerüchten um eine Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens habe die Bank in der vergangenen Woche die Überweisung von Löhnen gestoppt, sagte gestern ein Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann. „Die Gehälter wurden überwiesen, die Auszahlung der Löhne abgebrochen.“ Angaben darüber, wie viele Mitarbeiter davon betroffen seien, machte er nicht.

Hermann versuche, in Gesprächen mit der Bank das Problem zu lösen. Auch bemühe er sich, möglichst rasch die Voraussetzungen für das Insolvenzgeld zu schaffen, das die Lohnzahlungen für die kommenden drei Monate sichert. Das Insolvenzgeld werde von der Agentur für Arbeit gezahlt, sagte der Sprecher. Allerdings müsse eine Perspektive zur erfolgreichen Weiterführung des Unternehmens nachgewiesen werden.

Karmann mit seinen Standorten in Osnabrück und Rheine hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. 3 470 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze. Hermann hatte der Belegschaft am vergangenen Donnerstag mitgeteilt, dass die Lohnzahlungen zunächst gesichert seien. Auch hatte er sich optimistisch zur Zukunft Karmanns geäußert: „Wir haben eine positive Betriebsstruktur vorgefunden, auf der wir aufbauen können.“

In der nächsten Woche will Karmann gemeinsam mit dem Energieversorger EWE aus Oldenburg (Niedersachsen) bei der Hannover Messe das Modell eines Elektroautos präsentieren. Trotz der Insolvenz bleibe es bei diesem Termin, bekräftigte ein Karmann-Sprecher. Karmann will für EWE bis zu sechs Prototypen des Elektroautos bauen. Das Kooperationsprojekt hatten beide Unternehmen im Januar bekanntgegeben.

Das Osnabrücker Unternehmen hatte vergangene Woche überraschend Insolvenz angemeldet. Als Gründe hatte Firmenchef Peter Harbig die „weltweite Finanzkrise“ und den „dramatischen Einbruch der Automobilnachfrage“ genannt. Das ist indes aus Sicht von Beobachtern nur die halbe Wahrheit: Karmann hat es auch versäumt, sich rechtzeitig auf den Wandel in der Branche einzustellen und sich für eine Krise der Lohnfertigung von Nischenmodellen zu wappnen. dpa/HB

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