Zahlungsunfähigkeit
Schmack Biogas ist insolvent

Erneut hat es ein bekanntes Unternehmen erwischt: Schmack Biogas ist pleite. Der Biogasanlagen-Hersteller hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt.

DÜSSELDORF. Eines der Pionierunternehmen im Bereich erneuerbare Energien ist pleite: Schmack Biogas stellte gestern einen Insolvenzantrag. Der Anlagenbauer aus Schwandorf in der Oberpfalz hat sich nach Einschätzung von Analysten letztlich an seinem Expansionskurs verhoben.

Das Unternehmen teilte gestern mit, die Verhandlungen mit Banken und Investoren über die Finanzierung seien gescheitert. Die Banken hätten einen dringend benötigten Kredit nicht genehmigt. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit werde in einem Insolvenzplanverfahren die Sanierung mit einem Restrukturierungsvorstand angestrebt. Das Unternehmen stellte beim Amtsgericht Amberg den Insolvenzantrag. Die Aktie brach daraufhin zwischenzeitlich um über 80 Prozent auf 0,86 Euro ein.

Schmack Biogas galt als eines der Vorzeigeunternehmen in der Boombranche erneuerbare Energien. In den Biogasanlagen des Unternehmens wird aus Mais oder Gülle Gas gewonnen, mit dem Strom und Wärme erzeugt wird. Mit gerade einmal 21 Jahren konstruierte Ulrich Schmack 1995 seine erste funktionierende Anlage und gründete wenig später sein Unternehmen, das zum ersten deutschen Komplettanbieter von Biogas-Anlagen aufstieg.

Schmack Biogas gehört mit einem Jahresumsatz von zuletzt 67,6 Mio. Euro zu den größten Anbietern und ist eines von drei börsennotierten Unternehmen. Allerdings ist der Markt zersplittert, es gibt viele mittelständische Wettbewerber. Das Umsatzvolumen wird in Deutschland auf 800 Millionen bis eine Milliarde geschätzt. Zur Zeit sind in Deutschland Biogasanlagen mit einer Stromerzeugungskapazität von 1400 Megawatt installiert. Das entspricht in etwa der Leistung eines großen Kernkraftwerkes.

Schmack steckt seit Jahren in den roten Zahlen und verbuchte noch im ersten Halbjahr einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 8,3 Millionen Euro. Laut Zwischenbericht verfügte es damals aber noch über gut neun Mio. Euro an Liquidität. Die Gesamtschulden betrugen zur selben Zeit 58 Mio. Euro.

Die Unternehmensleitung zeigte sich damals noch zuversichtlich. Operativ machte das Unternehmen schließlich Fortschritte: Der Verlust ging gegenüber dem Vorjahr zurück; der Umsatz stieg um 41 Prozent auf 42,1 Mio. Euro. Und das Auftragsvolumen war mit 147,5 Mio. Euro solide.

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