Zahnimplantate-Firma
Straumann steigt in Brasilien ein

Die Schweizer Zahnimplantate-Firma Straumann weitet mit einem Zukauf sein Südamerika-Engagement aus. Für 216 Millionen Euro steigt Straumann beim brasilianischen Unternehmen Neodent ein.
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ZürichDer Schweizer Zahnimplantate-Hersteller Straumann etabliert sich mit einem Zukauf in der Wachstumsregion Südamerika. Für 260 Millionen Franken (216 Millionen Euro) steigt der Weltmarktführer mit 49 Prozent bei der privaten brasilianischen Firma Neodent ein.

Straumann sichert sich damit nach Angaben vom Mittwoch eine führende Stellung im volumenmäßig zweitgrößten Markt für Dentalimplantate sowie den Zugang zu weiteren lateinamerikanischen Märkten.

Mit dem Zukauf kann die vor allem im Hochpreissegemt verankerte Straumann künftig auch günstigere Zahnersatzprodukte anbieten, die für eine breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich sind. Der Basler Konzern hat die Option, die in der südbrasilianischen Stadt Curitiba ansässige Firma in den nächsten sechs Jahren vollständig zu übernehmen.

Neodent erzielte im Vorjahr umgerechnet rund 80 Millionen Franken Umsatz und ist nach Straumann-Angaben hochrentabel. Die Firma wuchs in den vergangenen Jahren durchschnittlich um 20 Prozent und hat in dem Land einen Marktanteil von rund einem Drittel. Mit geschätzt zwei Millionen verkauften Implantaten im Jahr 2011 ist Brasilien der zweitgrößte Markt nach den USA.

Bei den Anlegern kam die Nachricht gut an. Die Straumann-Aktien stiegen um 2,7 Prozent auf 150,50 Franken und gehörten damit zu den raren Gewinnern an der nachgebenden Schweizer Börse. Die europäischen Gesundheitswerte tendierten 0,3 Prozent leichter. Analysten stuften die Akquisition als strategisch sinnvoll ein, wenn auch teuer.

Straumann veröffentlichte am Mittwoch außerdem einen langfristigen Ausblick. Der Konzern will bis 2020 seinen Nettoumsatz verdoppeln und peilt eine Bruttogewinnmarge von 76 bis 78 Prozent an. Die operative Marge soll bis zu 25 Prozent betragen. Im Vorjahr wies Streumann bei 694 Millionen Franken Umsatz eine um Sonderfaktoren bereinigte Ebit-Marge von 17,3 aus.

In dem Unternehmen geht man davon aus, dass die Zukunft der Branche von zahnärztlichen Gemeinschaftspraxen geprägt ist, von Kostendruck und dem Trend zu kurzen Behandlungszeiten. Zusammen mit neuen Technologien dürfte das die Konsolidierung bei Dentallaboren vorantreiben.

Während die Aussichten in Europa in den nächsten Jahren wegen der Schuldenkrise gedämpft seien, bestünden bedeutende Wachstumschancen in den aufstrebenden BRIC-Länder und in Nordamerika, wie es hieß.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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