„Zehn Prozent“
Russische Luftfahrtholding erwartet höhere Beteiligung von EADS

Der Verantwortliche für den Aufbau der neuen russische Luftfahrt-Holding OAK, Walerij Bjeswerchnij, erwartet, dass der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS seinen Anteil an der neuen Holding erhöht. „EADS wird als strategischer Investor zehn Prozent an OAK haben und einen Sitz im Aufsichtsrat verlangen“, sagte der Präsident der Partnership United Aircraft.

tom/fas MOSKAU. Derzeit hält EADS zehn Prozent am Flugzeugbauer Irkut, der ein Teil von OAK geworden ist. Dadurch habe EADS aber nur einen Anteil von rund ein Prozent an der Holding – für einen strategischen Investor sei dies zu wenig, sagte Bjeswerchnij.

EADS wollte dies nicht kommentieren. In der Vergangenheit hatten die Verwaltungsratschefs Manfred Bischof und Arnaud Lagardere wiederholt auf die hohe strategische Bedeutung des sich formierenden OAK und Russlands für EADS hingewiesen – auch als technologischer Partner. Die russische Regierung hat die wichtigsten Flugzeughersteller des Landes zusammengefasst: Unter dem Dach von OAK sollen Irkut, MiG, Suchoi, Iljuschin und Tupolew ihre Geschäfte bündeln. Der Staat wird zunächst 75 Prozent an OAK halten. Das Management hat ehrgeizige Ziele: „Wir wollen nach Airbus und Boeing die Nummer drei in der Welt werden“, sagte Bjeswerchnij.

Die Russland-Verbindungen von EADS waren in die Schlagzeilen geraten, als die staatliche russische VTB-Bank mehr als fünf Prozent an dem Unternehmen gekauft hatte. Die russische Regierung meldete daraufhin den Wunsch an, den Anteil auf zehn Prozent zu erhöhen und bei Entscheidungen mitzusprechen, was im EADS-Verwaltungsrat – einem mühsam zwischen Deutschen, Franzosen und Spaniern austarierten Gremium – auf Ablehnung stieß. Um Russland nicht zu brüskieren, hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Einsetzung einer Arbeitsgruppe vereinbart. „Es wird darauf ankommen, welche großen industriellen Projekte sich gemeinsam realisieren lassen“, sagte Bjeswerchnij, der der Arbeitsgruppe angehört. Denkbar sei etwa eine Beteiligung am Nachfolger der A320. „Falls es keine großen gemeinsamen Programme gibt, dürfte VTB sich in anderthalb Jahren auch wieder bei EADS zurückziehen“, erwartet Bjeswerchnij.

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