Zeitplan ist nicht mehr einzuhalten
Fusion von Züblin und Walter Bau droht zu platzen

Die Übernahme des Stuttgarter Baukonzerns Ed. Züblin durch den Augsburger Konkurrenten Walter Bau droht nun doch am Widerstand einiger Banken und dem engen Zeitplan zu platzen.

HB MÜNCHEN. Walter Bau teilte am Mittwoch mit, die Option zur Übernahme des 42,7-Prozent-Anteils der Stuttgarter Industriellenfamilie Lenz an Züblin sei bisher nicht ausgeübt worden. Trotzdem hoffe Walter Bau weiter auf eine Fortsetzung der Verhandlungen. Die vier Kernbanken seien bereit, den Kaufpreis zu finanzieren, die meisten Institute unterstützten das Fusionskonzept. Die Frist war nach Angaben aus Finanzkreisen am Dienstag abgelaufen. Die Banken, die bisher Züblin finanziert hatten, scheuten aber ein Engagement bei der als finanziell schwächer erachteten Walter Bau, weshalb eine Einigung über die künftige Finanzierung des fusionierten Konzerns nicht zu Stande gekommen sei. „Ein starker Partner soll in eine schwache Gruppe hinein getrieben werden“, hieß es in den Finanzkreisen.

Walter Bau ist bisher mit 48,7 Prozent an Züblin beteiligt und hatte Mitte Oktober überraschend die Übernahme des Anteils von Lenz angekündigt, nachdem der Verkauf des eigenen Anteiles zuvor gescheitert war.

An diesem Freitag wollen sich die Banken nochmals treffen. „Es ist durchaus kritisch“, hieß es. „Ich glaube eher, dass die Fusion nicht kommt“, sagte ein mit der Situation vertrauter Banker. Zu den Kernbanken, die bei Walter Bau stark engagiert sind, gehören die Bayerische Landesbank und die Deutsche Bank. Banker sagten, sie hätten großes Interesse daran, dass alle Avalkreditbanken als Finanzierer der Bauprojekte im Boot blieben. „Für Züblin wäre es am besten, es bliebe alles beim Alten“, sagte dagegen ein Manager einer der Banken, die das Vorhaben kritisch begleiten. Zwar seien enge Fristen für die Bankengespräche gesetzt gewesen. Aber falls das gesamte Vorhaben scheitere, werde es nicht daran liegen.

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