Zeitplan wird überprüft
EADS fürchtet Verspätung bei A400M

Beim deutsch-französischen Aeronautik- und Rüstungskonzern EADS sorgt sich das Management um die planmäßige Fertigstellung des Militärairbus A400M. Ungute Erinnerungen an den doppelstöckigen Passagierjet A380 werden wach – auch bei den Börsianern, die prompt reagierten.

ali/HB PARIS. Nach Informationen der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ hat die neue EADS-Spitze aus Thomas Enders und Louis Gallois eine umfassende Untersuchung der Planung des Rüstungsprojekts in Auftrag gegeben. Ergebnisse werden für den Herbst erwartet. Entsprechend habe sich das EADS-Management bei einer Analysten-Konferenz geäußert, die Ende Juli stattgefunden hat, schreibt „La Tribune“.

Derzeit gehe EADS davon aus, den A400M pünktlich auszuliefern. Die Prüfung sei lediglich eine „Vorsichtsmaßnahme“. Der Zeitplan für den Militärtransporter, der die altersschwache Transall ersetzen soll, sei „ambitioniert, aber machbar“, wird Enders zitiert. Laut dem deutschen EADS-CEO habe eine mögliche Verspätung beim A400M keine Auswirkungen auf den Gewinn in diesem Jahr.

Laut „La Tribune“ gehen die Zulieferer für den A400M aber weiterhin von einer Verspätung des Programms von mindestens 18 Monaten aus.

Die EADS-Aktie brach am Mittwochmorgen um fast 3 Prozent ein. Im Juni hatte EADS die Märkte bereits einmal geschockt. Tochter Airbus musste damals eingestehen, dass sie die Liefertermine für das weltgrößte Passagierflugzeug A380 nicht einhalten kann. EADS rechnet deswegen mit Belastungen in Milliardenhöhe. Als Folge des Debakels mussten Airbus-Chef Gustav Humbert und EADS-Co-Chef Noël Forgeard von ihren Posten zurücktreten.

Wichtiges Projekt

Die A400 M ist neben dem Kampfflugzeug Eurofighter das ehrgeizigste Rüstungsprojekt der EADS. Der Erstflug der schweren Transportmaschine ist für 2008 vorgesehen; derzeit beginnen in Spanien die Vorbereitungen für die Endmontage. Bislang hat Airbus 192 Bestellungen für die Maschine, allein die Bundeswehr hat 60 Transporter im Gesamtwert von 7,65 Mrd. Euro geordert. Insgesamt liegen Bestellungen für mehr als 20 Mrd. Euro vor. Die französische Luftwaffe soll die ersten Maschinen im zweiten Halbjahr 2009 erhalten.

In Industriekreisen war bereits im Juli Skepsis an dem ambitionierten Zeitplan aufgekommen. „Das Programm hat große Verspätung, das ist ein offenes Geheimnis“, hatte ein Industrieller gegenüber „La Tribune“ gesagt. „Die Frage ist nur noch, wann Airbus die Verspätung bekannt geben wird.“

Der Markt für Transportmaschinen ist nicht zu unterschätzen. Nach einer Prognose der Credit Suisse First Boston besteht weltweit ein Bedarf für 2 000 Flugzeuge, die für militärische, aber auch humanitäre Zwecke geeignet sind.

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