Zeitung berichtet über Massenentlassungen
Tausende Ford-Mitarbeiter müssen bangen

Bei Ford steht die nächste Entlasswelle an. Laut eines Zeitungsberichts sollen in den nächsten Jahren bis zu einem Drittel der nordamerikanischen Mitarbeiter gehen.

HB NEW YORK. Das „Wall Street Journal“ berichtet in seiner Freitagsausgabe unter Berufung auf Mitarbeiter des Autoherstellers, dass weit mehr Mitarbeiter gehen sollen als bislang angekündigt. Bis dato hatte Ford von 2700 Entlassungen gesprochen, nun könnten mehr als 10 000 der ingesamt 35 000 Jobs in den nordamerikanischen Werken wegfallen. Ein Unternehmenssprecher wollte die Zahl nicht kommentieren, bestätigte aber Pläne, bei der Senkung der Kosten aggressiver vorgehen zu wollen. Dabei seien weitere Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen.

Die Nachricht über den Kahlschlag kommt nur drei Tage nachdem der Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt hatte. Sie fielen katastrophal aus. Das amerikanische Autogeschäft, das knapp die Häfte des Konzernumsatzes ausmacht, fuhr mit 907 Millionen Dollar in die Miesen. Nur durch den Milliardengewinn der Finanztochter konnte der Konzern unterm Strich noch ein Plus ausweisen. Das lag mit 946 Millionen Dollar allerdings 21 Prozent niedriger als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Schuld am Niedergang ist vor allem ein neuer Preiskrieg, den Erzrivale General Motors (GM) vom Zaun gebrochen hatte. Mit hohen zweistelligen Rabatten versuchen seitdem die drei großen US-Hersteller GM, Ford und Chrysler, sich gegenseitig die Kunden abzujagen. Lachende Dritte sind die Japaner. Besonders Toyota und Nissan stehen derzeit hoch im Kurs bei den US-Autokäufern. Ein weiteres Problem für Ford und GM ist, dass die rentabelsten Modelle, die Geländewagen, nicht mehr laufen.

Die Rabattschlacht zehrt auch extrem an GM. Dessen Finanztochter konnte den Konzern anders als bei Ford nicht vor dem Abgleiten in die Verlustzone bewahren. Im zweiten Quartals ist ein Minus von 318 Millionen Dollar angefallen, vor allem wegen des miserablen Geschäfts in den USA. GM hat ebenso wie Ford Massenentlassungen angekündigt. Davon ist auch die deutsche Tochter Opel betroffen. Das im März beschlossene Sanierungskonzept zur Rettung der Werke Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern sieht den Abbau von 9000 der ehemals 32 000 Stellen bis 2007 vor sowie Nullrunden und Lohneinbußen für die Mitarbeiter.

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