Zeitung: Milliardensumme gefordert
GM nennt seinen Preis für Kooperation mit Renault Nissan

Laut einer Zeitung treffen sich an diesem Mittwoch in Paris die Spitzen von General Motors (GM) und Renault/Nissan, um über die geplante Allianz der drei Autobauer zu reden. Die Zusammenkunft dürfte für die französisch-japanischen Partner aber alles andere als heiter werden. Es wird erwartet, dass GM-Chef Wagoner harte Bedingungen stellt.

HB PARIS. Rick Wagoner werde bei seinem Gespräch mit Renault/Nissan-Lenker Carlos Ghosn eine Kompensationszahlung von mehreren Mrd. Dollar fordern, um den größeren Wert auszugleichen, den der US-Automobilkonzern aus seiner Sicht in eine solche Allianz einbrächte, schreibt „Wall Street Journal“ am Mittwoch.

Die Zeitung wertet das Vorhaben als jüngstes Zeichen dafür, dass die Verhandlungen über die Dreierallianz schwierig sind und noch scheitern können. Beide Lager seien noch weit auseinander. Dies gelte nicht nur für die Bewertung der Vorteile, die die Konzerne aus einer Allianz zögen, sondern bereits für die Definition dessen, was sie ausmache.

Ghosn ziele auf eine breit angelegte Zusammenarbeit nach dem Vorbild der von ihm geführten Allianz von Renault und Nissan. Die beiden Automobilhersteller kooperieren sowohl bei der Entwicklung, beim Einkauf als auch bei der Produktion selbst. Bei GM hätten leitende Manager in den zurückliegenden Wochen hinter den Kulissen die Frage diskutiert, wie fair eine solche Vereinbarung für GM wäre, schreibt die Zeitung. Sie seien der Meinung, GM befinde sich bereits auf dem Weg aus der Krise, und schon deshalb brächten Nissan und Renault geringeren Wert in die Allianz ein als GM. Das Argument von Ghosn, die Autobauer müssten sich zusammenschließen, um den weltweiten Vormarsch des japanischen Rivalen Toyota einzudämmen, sei bei den GM-Managern noch nicht angekommen.

Versprechen von Milliardeneinsparungen

Ghosn will nach einem weiteren Zeitungsbericht Wagoner mit jährlichen Ersparnissen von 10 Mrd. Dollar locken. So viel könnte GM bei einer Allianz mit Renault/Nissan sparen, schreibt „The Detroit News“ am Dienstagabend in ihrer Online-Ausgabe schreibt unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

Ghosn habe sich in der vergangenen Woche mit Nissan-Managern in Tokio getroffen und ihnen sowie den aus Paris zugeschalteten Verantwortlichen bei Renault erläutert, dass in einer Allianz mit GM große Synergien zu heben seien, sagten mit der Situation vertraute Personen dem WSJ. Ghosn habe jedoch auch gesagt, GM habe von Anfang an leider nur wenig ehrliches Interesse an einer solchen Allianz gezeigt.

Ghosn favorisiert eine Überkreuzbeteiligung der Konzern, wie es sie auch zwischen Renault und Nissan gibt. Eine solche Transaktion dürfte von Rick Wagoner kaum akzeptiert werden, schreibt die Zeitung. Bis zum 15. Oktober wollen die beiden Konzernchefs eine Vorentscheidung treffen, ob das Ziel einer Dreier-Allianz konkret verhandelt wird.

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