Zeitung: Sechs Prozent Aufschlag
Eon dreht erneut an den Strompreisen

Zum Jahreswechsel kommt eine weitere Strompreiserhöhung auf die deutschen Verbraucher zu. Der Energieriese Eon wolle eine Anhebung zum 1. Januar beantragen, bestätigte ein Sprecher der Vertriebstochter Eon Energie der „Berliner Zeitung“.

HB HAMBURG. Zur Höhe der Anhebung wollte sich Eon nicht äußern. Nach Informationen der Zeitung soll der Aufschlag ohne Berücksichtigung des höheren Mehrwertsteueraufwands jedoch rund sechs Prozent betragen.

Der Sprecher sagte, zu der Preiserhöhung gebe es schon deshalb keine Alternative, weil die von der Bundesregierung beschlossene Mehrwertsteueranhebung von 16 auf 19 Prozent Anfang 2007 auch auf die Stromtarife durchschlage. Darüber hinaus gibt Eon gestiegene Beschaffungs- und Brennstoffkosten als Grund an. Von Tariferhöhungen bei Eon wären mehrere Mill. Haushalte betroffen.

Aufseher und Politiker in Deutschland kritisieren die stetig steigenden Strompreise als zu hoch. Die Bundesnetzagentur versucht als Regulierer, die Teuerung zu bremsen. Das will sie unter anderem durch eine Senkung der Entgelte für die Nutzung der Stromnetze durch andere Anbieter erreichen. So verpflichtete sie zunächst im Juni Vattenfall, die Netzgebühren um 18 Prozent zu senken. Später schrieb sie auch EnBW und RWE Abstriche von acht und neun Prozent vor. Die Netzentgelte machen 20 bis 30 Prozent des Strompreises aus. Die Konzerne kritisieren die Auflagen. Vattenfall gab die befürchteten Ergebniseinbußen durch den Kurs des Regulierers auf niedrigere Netzentgelte im kommenden Jahr zuletzt mit 300 Mill. Euro an.

Die Erhöhung der Strompreise muss von den regionalen Gesellschaften der Konzerne bei den Behörden der Bundesländer beantragt werden. Diese stehen den Plänen kritisch gegenüber. So hatte Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel Ende 2005 die Anträge auf Preisanhebungen abgelehnt. Für den kommenden Jahreswechsel drohte er an, eine Senkung der Tarife anzuordnen. Auch andere Bundesländer prüfen ein Vorgehen gegen die Preiserhöhungen.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) warnte die Stromkonzerne Ende Juli vor weiteren Preiserhöhungen. „Die Strompreise sind schon in ihrer jetzigen Höhe für die Verbraucher kaum nachvollziehbar“, sagte er in einem Zeitungsinterview. Er sei sicher, dass die Wirtschaftsminister der Länder entsprechende Anträge der Versorger „sehr genau prüfen werden, um ungerechtfertigte Preissteigerungen zu unterbinden“.

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