Zeitungsbericht: Chinesen wollen offenbar bei Daimler einsteigen

Zeitungsbericht
Chinesen wollen offenbar bei Daimler einsteigen

Nach dem Rückzug des Investors aus Abu Dhabi könnte der Autobauer seinen nächsten Großaktionär gefunden haben – in China. Laut einer chinesischen Zeitung will ein Staatsfonds bis zu zehn Prozent der Anteile kaufen.
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Stuttgart/LondonNach dem Rückzug von Daimlers größtem Einzelinvestor Aabar aus Abu Dhabi könnte der Autobauer laut einem Zeitungsbericht einen neuen Großaktionär in China gefunden haben. Wie die staatliche chinesische Zeitung „People's Daily“ am Montag auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Insider schreibt, will der Staatsfonds China Investment Cooperation (CIC) 4 bis 10 Prozent der Daimler-Anteile kaufen. Diese hätten einen Marktwert von 1,8 bis 4,5 Milliarden Euro. Der Fonds habe den Bericht nicht kommentieren wollen, schreibt das Blatt.

Eine Sprecherin des Dax-Konzerns sagte am Montag auf Anfrage, dass Daimler wie üblich „Medienspekulationen“ nicht kommentiere. Zum Thema generell sagte sie: „Wir heißen immer neue Investoren willkommen, da wir an einer ausgewogenen Aktionärsstruktur interessiert sind.“

Ganz ähnlich hatte sich Daimler-Chef Dieter Zetsche vor wenigen Tagen in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ geäußert: „Generell wollen wir so attraktiv für potenzielle Investoren sein, dass wir mehr langfristige Aktionäre für uns gewinnen. Dabei sind uns auch Investoren aus China willkommen.“ Im Gegensatz zu BMW oder VW, die mit der Familie Quandt beziehungsweise den Familien Porsche/Piëch und dem Land Niedersachsen große Ankeraktionäre im Boot haben, befinden sich die Daimler-Aktien weitgehend im Streubesitz. Bei sinkendem Börsenwert - etwa während einer konjunkturellen Krise - droht Daimler damit theoretisch eine feindliche Übernahme.

Im vergangenen Oktober hatte der Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi seine verbliebenen Stimmrechtsanteile abgestoßen und hält nun nur noch indirekt Zugriffsrechte auf Daimler-Papiere. Kuwait ist seither mit knapp acht Prozent der größte Daimler-Investor.

Bereits Ende 2011 hatte es in Deutschland Spekulationen um einen CIC-Einstieg bei Daimler gegeben. Damals hatte das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, dass man einen chinesischen Investor für eine fünf- bis zehnprozentige Beteiligung suche. CIC galt schon damals als Favorit.

 

Kommentare zu "Chinesen wollen offenbar bei Daimler einsteigen "

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  • Sollen sie doch den Daimler komplett kaufen- völlig egal - der hat eh Rückenlage und ist zum Wettbewerb schon lange nicht mehr in Schlagdistanz. Da geht dann nicht wirkliches Know-How weg - vielleicht zeigt der Bernhard dann dem geneigten Chinesen, wie man einen Laden mit beschissenen Designs , unfähigen Kostenplanern und technisch unbedarften Einkäufern zu Grunde richtet - in rekordverdächtiger Zeit.Der Chinamann kann eine Sache halt nicht wirklich: kreativ was Neues aus dem "Off" heraus entwickeln...nur copy+paste funktioniert problemlos.
    Man sieht das ja bei den chinesischen Eigenprodukten - das Verständnis fürs Produkt und dessen Qualität ist teilweise völlig gegensätzlich zur "westlichen" Sichtweise.

  • Nun gut die chinesische Regierung gibt das Geld für Unternehmen und Rohstoffe aus. Die amerikanishe Regierung leistet sich extrem reichlich finanzierte Streitkräfte. Die Deutsche Regierung gibt das Geld des Steuerzahlers an Griechenland und andere südeuropäische Länder Europa und lässt sich dafür von den Emfängern beschimpfen.

    Am besten gefällt mir die direkte Demokratie der Schweiz. Dort verzichtet man auf solche Hobbies und belässt den Arbeitnehmern 80% des Bruttoeinkommens.

    Vandale

  • Ob jetzt die Grünen und die Linke jubeln?

    Weg mit dem Sinnbild von Kapitalismus und westlicher Dekadenz. Daimlers Stern muss untergehen, dann erst wird der Sozialismus wieder auferstehen.

  • Andere Regierungen schützen ihre strategischen Industrien vor unliebsamen Beteiligungen und Übernahmen. Was machen wir? Wir schauen zu. Mahlzeit und gute Nacht!

  • das kann gravierende änderungen für die gesamte automobilindustrie nach sich ziehen der technologietransfer entsteht dann auf mehreren ebenen: bisher besteht eine - ja protektionistische- bremse bei der aquisition von high-tec zulieferern für chinesen. die deutschen automobilhersteller bremsenden derartige aqisitionen und den abfluß derer technik zu den chinesen mit der drohung, daß nach einem erwerb der zulieferer von den heimischen automobilisten nicht mehr berücksichtigt wird. bei einem einstieg bei den autombilherstellern fällt dieses drohpotential weg. von daher lassen wir uns mal überraschen wie lange das automobilwunder in deutschland noch läuft

  • Ja, der Chinese schläft nicht! Und verschuldet sich nicht für Griechenland, spendet nix für Afrika, kriecht nicht vor den Imperialisten, läßt keine Fremden ins Land.

    Rundum in Ordnung. Ein Reich der Mitte eben.

  • Ja klar, die Deutschen sind ja zu arm, um bei Daimler einzusteigen!

  • Würg....

    Markenpiraterie durch Beteiligung.

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