Zeitungsbericht
Dresdner-Bank-Mann soll Hoheit über Gaspipeline bekommen

Vor drei Monaten haben Deutsche und Russen vereinbart, gemeinsam eine Gaspipeline durch die Ostsee zu bauen. Am Freitag machten sie den ersten Spatenstich. Die Kontrolle über das Projekt hat laut eines Presseberichts ein Dresdner-Bank-Manager mit besten Kontakten zu Präsident Putin.

HB BABAJEWO. Ab 2010 wollen der russische Gasriese Gazprom und die deutschen Konzerne Eon und BASF sibirisches Gas nach Westeuropa pumpen. „Deutschland erhält durch die neue Pipeline eine direkte und zuverlässige Anbindung an die riesigen russischen Erdgasvorkommen“, sagte Eon-Chef Wulf Bernotat bei der Eröffnung der Landanbindung für die Ostsee-Pipeline am Freitag in Babajewo, östlich von St. Petersburg. Alle bisherigen Pipelines laufen über das Festland und damit durch ausländisches Gebiet. Das kostet Einfluss und Transitgebühren.

Der Repräsentant der Dresdner Bank in Russland, Matthias Warnig, soll nach einem Moskauer Zeitungsbericht die Leitung des deutsch-russischen Konsortiums zum Bau der Ostsee-Gaspipeline übernehmen. Der Vorschlag sei aus dem Kreml gekommen, berichtete die Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag unter Berufung auf Informanten aus dem Bankensektor sowie der Energiewirtschaft. Die Dresdner Bank Russland wollte sich nicht zu dem Artikel äußern.

Warnig gilt als deutscher Firmenvertreter mit besten Kontakten zu Präsident Wladimir Putin. Nach westlichen Medienberichten soll der Ostdeutsche Warnig als Mitarbeiter der Staatssicherheit Ende der 1980er Jahre den damaligen KGB-Spion Putin in Dresden kennen gelernt haben. Dagegen betont Warnig nach russischen Zeitungsangaben, Putin erst später in St. Petersburg kennen gelernt zu haben, als jener in der Stadtverwaltung arbeitete.

Die russischen Gasreserven machen gut ein Viertel der weltweiten Kapazitäten aus. Um das russische Gas wird angesichts des steigenden Energiebedarfs weltweit gebuhlt. Aufstrebende Schwellenländer wie Indien oder China konkurrieren darum inzwischen mit Westeuropa. Die Deutschen decken über ein Drittel ihres Gasbedarfs aus Russland.

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