Zeitungsbericht
Mittal erwägt höhere Arcelor-Offerte

Der weltgrößte Stahlhersteller Mittal Steel erwägt einem Zeitungsbericht zufolge eine weitere Erhöhung des Gebots für den luxemburgischen Konkurrenten Arcelor.

HB LONDON/LUXEMBURG. Die „Financial Times“ (FT) berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Mittal-Kreise, die Arcelor-Führung habe sich offen für eine Fusion mit Mittal gezeigt und den Boden für ein angehobenes Angebot bereitet. Arcelor bestätigte den Kurswechsel am Donnerstag offiziell nicht. Bislang wurde vom Vorstand ein Zusammengehen mit der russischen Severstal favorisiert.

Der Verwaltungsrat werde am Sonntag „auf der Basis von dem, was dann auf dem Tisch liegt“ eine offizielle Empfehlung zu den Angeboten von Mittal und dem Stahlkocher Severstal abgeben, sagte ein Sprecher von Arcelor. Der Branchenzweite wehrte sich bisher heftig gegen einen Zusammenschluss mit Mittal Steel. In der vergangenen Woche hatte Arcelor jedoch erstmals mit Mittal direkte Gespräche aufgenommen, über deren Ergebnisse noch nichts bekannt ist.

Der indische Stahlmilliardär Lakshmi Mittal hätte folglich bis Sonntag Zeit, seine Offerte von derzeit 22 Mrd. Euro erneut zu erhöhen. Dem Bericht der „Financial Times“ zufolge könnte Mittal nochmals um bis zu drei Mrd. Euro zulegen. Da die Offerte neben einer Barkomponente auch Aktien von Mittal umfasst, schwankt der Wert des Angebots. Vor wenigen Wochen lag der Gesamtwert noch bei 25,8 Mrd. Euro.

„Das ist reine Spekulation“

„Das ist reine Spekulation“, sagte der Arcelor-Sprecher zu einer möglichen Angebotsverbesserung von Mittal. Aber: „Er sagt seit Ende Januar, dass er nicht erhöhen will. Das Versprechen hat er schon ein Mal gebrochen, das darf er auch gerne wieder tun.“ Mittal hatte Mitte Mai einen Tag nach der Veröffentlichung seiner Übernahmeofferte diese um 34 Prozent erhöht.

Eine Sprecherin von Mittal konnte Pläne über eine Aufstockung ebenfalls nicht bestätigen. „Unsere Augen sind auf die Hauptversammlung am 30. Juni gerichtet“, sagte sie. Dort sollen die Arcelor-Aktionäre über die geplante Fusion mit Severstal abstimmen. Mittal schließe inzwischen nicht mehr aus, dass in der Versammlung die 50 Prozent des Kapitals erreicht werden könnten, um die luxemburgisch-russische Hochzeit abzuschmettern, hieß es.

Börsenaufsichten ermahnen Arcelor

Unterdessen haben die europäischen Börsenaufsichten Arcelor ermahnt, die Aktionäre so rasch wie möglich über den künftigen Kurs des Unternehmens zu informieren. So lange dies nicht geschehe, bleiben die Arcelor-Aktien vom Handel ausgesetzt, hatten die Behörden in Luxemburg, Belgien, Frankreich und Spanien gemeinsam am Mittwochabend erklärt. Der Handel werde erst wieder aufgenommen, wenn „der Markt umfassend“ informiert sei. Dies müsse spätestens am 26. Juni der Fall sein.

Die Regulatoren sind der Ansicht, dass die Aktionäre im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot von Mittal und der geplanten Fusion mit Severstal „wegweisende Entscheidungen für die Zukunft ihres Unternehmens“ zu treffen haben. Aus diesem Grund müssten sie zuvor „adäquate Dokumente“ zu den Transaktionen erhalten, die eine Entscheidung möglich machten, teilten die Aufsichten mit.

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