Zeitungsberichte
Mercedes könnte bis zu 8600 Stellen streichen

Gleich mehrere Zeitungen berichten darüber, dass Mercedes weit mehr Arbeitsplätze abbauen wolle als bislang geplant. Viele Beschäftigte würden zudem zu Wanderarbeitern im Konzern.

HB BERLIN. Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ am Dienstag vorab berichteten, soll die Zahl der Arbeitsplätze bei der Mercedes-Gruppe um mehr als 8000 reduziert werden. Bisher sei von 5000 Stellen die Rede gewesen, die in Sindelfingen und Bremen abgebaut werden sollten. Derzeit beschäftige die Gruppe mit den Marken Mercedes-Pkw, Maybach und Smart weltweit 106 000 Mitarbeiter. Die Pläne sollten möglicherweise am Mittwoch oder Donnerstag vorgestellt werden, berichtete die Zeitung. Daimler-Chrysler wollte zu dem Bericht auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben.

Die „Bild“-Zeitung bezifferte den erwarteten Abbau gar auf 8600 Stellen. Der überwiegende Teil davon entfalle auf die Stammwerke Sindelfingen und Untertürkheim, hieß es unter Berufung auf Unternehmenskreise. Außerdem sollten 1400 weitere Mitarbeiter ihren gewohnten Stamm-Arbeitsplatz aufgeben, um künftig als eine Art „Job- Feuerwehr“ je nach Auftragslage in anderen Werken eingesetzt zu werden. Interne Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss. Schon länger sind Mitarbeiter der schwächer ausgelasteten Werke in Sindelfingen und Bremen im Werk Rastatt beschäftigt, wo die gefragten Modelle der A- und B-Klasse gebaut werden.

Die „Welt“ schreibt in ihrer Mittwochsausgabe, der künftige DaimlerChrysler-Konzernchef Dieter Zetsche wolle sich am Donnerstag im Werk Sindelfingen mit Führungskräften treffen, um Details der Abbau-Pläne zu besprechen. Zetsche leitet bis auf weiteres die wichtigste Tochter Mercedes Car Group und übernimmt am 1. Januar die Konzernführung. Die Manager sollten ihm sagen, wie viele Stellen in ihren Bereichen sozialverträglich abgebaut werden könnten.

Der Daimler-Konzern wolle offenbar auf eine Klausel der im Juli 2004 abgeschlossenen Beschäftigungssicherung zurückgreifen, berichteten die "Stuttgarter Nachrichten". Diese sieht vor, dass weiteren 3800 Mitarbeitern Altersteilzeitverträge angeboten werden können. Dieses Kontingent solle weitgehend ausgeschöpft werden. Darüber hinaus sollten weitere rund 5000 Stellen an den betroffenen Standorten sozialverträglich abgebaut werden, zum Teil über Versetzungen an Standorte, an denen noch zusätzlicher Bedarf an Mitarbeitern bestehe.

Kündigungen sind durch den im Juli 2004 vereinbarten Beschäftigungspakt zwischen Konzern und Betriebsrat ausgeschlossen. Wegen des nun geplanten Abfindungsprogramms, das im vierten Quartal beginnen soll, kommen auf Daimler-Chrysler voraussichtlich Sonderbelastungen im dreistelligen Millionenbereich zu.

Zetsche hatte zuletzt auf der Automesse IAA eingeräumt, dass weitere Restrukturierungskosten nicht ausgeschlossen sind. Details nannte er nicht. Im ersten Halbjahr 2005 hatte der Konzern bereits für die Sanierung seiner Kleinstwagentochter Smart rund 1,1 Milliarden Euro zurückgestellt.

Derzeit wird bei Mercedes das Sparprogramm Core umgesetzt, das aus 20 000 Einzelmaßnahmen besteht und die Kosten um drei bis vier Milliarden Euro drücken soll. Die Umsatzrendite der Mercedes Car Group, die Ende 2004 auf 3,3 Prozent abgesackt war, soll bis 2007 auf 7 Prozent steigen.

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