Zeitungsmeldung
Arbeiter hecken Plan für Chrysler-Übernahme aus

Die Beschäftigten des angeschlagenen US-Autobauers Chrysler planen laut einem Zeitungsbericht, das Unternehmen selbst zu kaufen. Das Ansinnen ist gar nicht so abwegig, wie es sich zuerst anhört. Denn die Mitarbeiter können der Stuttgarter Konzernmutter Daimler-Chrysler einiges bieten – wenn auch kein Bargeld.

HB/der STUTTGART. Das „Wall Street Journal“ berichtet am Freitag unter Berufung auf eine mit Situation vertraute Person, die Beschäftigten strebten die Übernahme eines Anteils von 70 Prozent an. Erkaufen wollten sich die Beschäftigten den Mehrheitsanteil durch eine Neuverhandlung der Zuschüsse, die das Unternehmen den Arbeitern und Pensionären beispielsweise bei der Krankenversicherung gewährt. Für Chrysler kursieren Kaufpreise zwischen Zuschussgeschäft und 6 Mrd. Dollar.

Die milliardenschweren Ausgaben für Rente und Gesundheit sind neben Problemen beim Autoabsatz der Hauptgrund, warum Chrysler im vergangenen Jahr einen hohen Verlust eingefahren hat. Anders als bei den direkten Konkurrenten General Motors und Ford hatte sich die Gewerkschaft bislang bei Chrysler gesträubt, Abstriche bei den hohen Sozialleistungen zu akzeptieren. Die Begründung: Die Konzernmutter in Stuttgart sei gesund, anders als die beiden großen US-Autobauer.

Das „Wall Street Journal“ schreibt, ursprünglich sei der Kaufplan von einer kleinen Gruppe von Chrysler-Mitarbeitern im Werk Toledo im Bundesstaat Ohio ausgegangen. Mittlerweile prüfe die mächtige Autoarbeiter-Gewerkschaft UAW die Machbarkeit des Vorhabens, das Chrysler-Chef Tom LaSorda und Konzernchef Dieter Zetsche vorliege.

Als Minderheitsgesellschafter bei Chrysler wünschten sich die Beschäftigten den Stuttgarter Konzern, schreibt die Zeitung weiter. Sollte das Unternehmen keine weitere Beteiligung wünschen an Chrysler, könne es eine Kooperation mit dem kanadischen Autozulieferer Magna International geben.

Daimler erwägt laut Branchenkreisen ohnehin, einen Minderheitsanteil an Chrysler zu halten. Die Bieter – neben Magna vor allem Finanzinvestoren – wollten den Konzern nicht ganz aus der Verantwortung entlassen, hieß es. Zugleich sei in allen Angeboten der Investoren die UAW eingebunden, um Zugeständnisse bei den Gesundheits- und Pensionskosten zu erreichen.

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