Zeitungsmeldung
Schenker-Führung rebelliert offenbar gegen die Bahn

Die Deutsche Bahn will laut eines Zeitungsberichts ihre Speditionstochter Schenker in den Konzern integrieren. Das passt der Schenker-Führung laut der Meldung gar nicht. Bei ihrem Abwehrkampf schreckt sie demnach auch vor einer offenen Rebellion nicht zurück.

HB HAMBURG. Die Schenker-Führung mobilisiere die eigenen Führungskräfte, um sich „mit allen Mitteln gegen die geplante Komplettintegration in den Konzern“ zu wehren, berichtet die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Montagsausgabe unter Berufung auf einen der Zeitung vorliegenden Brief des Schenker-Vorstands Hans-Jörg Hager an seine Kollegen. Die Bahn hatte die Spedition 2002 für rund 2,5 Mrd EUR zusammen mit der Mutter Stinnes von Eon erworben.

„Wir sehen der Gefahr ins Auge, dass unser Eigentümer eine Entscheidung getroffen hat, die Schenker aufs Spiel setzt“, zitiert die FTD aus dem Brief. Würden die Pläne umgesetzt, drohe binnen kurzer Zeit ein massiver Gewinneinbruch. Die Schenker-Manager wollen daher die bestehende Struktur als eigenständige AG weitgehend unangetastet lassen. Bei Schenker war am Sonntagnachmittag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Anlass der Rebellion ist ein Vorstoß von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Er hatte seinem Aufsichtsrat im März die Integration Schenkers vorgestellt. Ziel sei die „Schaffung steuerbarer Geschäftseinheiten“ in der Logistik, heißt es in einer Strategie-Vorlage für den Aufsichtsrat, die der „FTD“ den Angaben zufolge vorliegt.

Im August soll der Aufsichtsrat den Plan absegnen. Bis Oktober will Mehdorn laut „FTD“ gemeinsam mit seinem Logistik-Vorstand Norbert Bensel Schenker zerschlagen und die Sparten in die Bahn-Logistik einordnen.

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