Zement
Cemex bereut den Höhenrausch

Der mexikanische Zementkonzern Cemex spricht mit Banken über seine Verschuldung aus teuren Übernahmen. Die weltweite Nummer Drei der Branche hat Schulden in Höhe von 14,5 Mrd. Dollar angehäuft, die zum überwiegenden Teil aus der Rinker-Übernahme stammen.

MEXIKO-STADT. Für Lorenzo Zambrano brachte die vergangene Woche eine enttäuschende Nachricht. Der Vorstandsvorsitzende des mexikanischen Baustoffkonzerns Cemex S.A.B. fiel aus der "Forbes-Liste" der Milliardäre heraus. Sein Vermögen, das sich noch 2006 auf 1,4 Mrd. Dollar belaufen hatte, ist längst unter die Schallgrenze von einer Milliarde gefallen. Das reichte nicht mehr für einen Platz auf der Liste des US-Wirtschaftsmagazins unter den 793 Superreichen dieser Welt.

Der Absturz Zambranos spiegelt die Probleme seines Unternehmens wider, die mit der Übernahme des australischen Konkurrenten Rinker vor knapp zwei Jahren begonnen haben und sich in Zeiten einer anhaltenden Krise auf dem Bau- und Baustoffmarkt einerseits und einer Finanz- und Kreditkrise andererseits zu massiven Zahlungsschwierigkeiten ausgeweitet haben. Den drittgrößten Zementhersteller der Welt drücken Schulden in Höhe von 14,5 Mrd. Dollar, die zum ganz überwiegenden Teil aus der Rinker-Übernahme stammen. Für den Kauf hat Cemex 14,2 Mrd. Dollar bezahlt.

Gegenwärtig verhandelt die Unternehmensführung mit einem Konsortium aus fünf Banken über eine Verlängerung und Umschuldung dieser Verbindlichkeiten. Erst im Januar hatte Cemex sich mit den Banken über eine Verlängerung von Krediten in Höhe von vier Mrd. Dollar geeinigt, musste aber vor kurzem eine geplante Anleiheemission über 500 Mill. Dollar absagen. Die Zinsforderungen der Banken und Investoren hätten sich auf 15 Prozent belaufen, besagen Gerüchte im Markt. "Bei dem Zinssatz hätte Cemex die Emission nichts gebracht", sagt Rogelio Ramírez de la O, Chef der Investmentberatung Ecanal.

Aber die Pleite, wie verschiedentlich in den vergangenen Wochen berichtet, droht Cemex nach Meinung der meisten Analysten dennoch nicht. "Das ist sehr, sehr unwahrscheinlich, wenn auch nicht völlig auszuschließen", sagt Carlos Hermosillo vom Börsenhaus Vector in Mexiko-Stadt. "Es ist aber vor allem die aktuelle Wirtschaftskrise, die dem Unternehmen zusetzt."

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