Zementbranche
Buzzis letzter Versuch bei Dyckerhoff

Der italienische Zementkonzern Buzzi Unicem kommt bei der angestrebten vollständigen Übernahme der im SDax notierten Tochtergesellschaft Dyckerhoff aus Wiesbaden allmählich voran. Nach zwei Erhöhungen seines Angebotes wollen die Italienern den Dyckerhoff-Aktionären nun aber keine weiteren Geschenke machen.

DÜSSELDORF. Im Zuge des Anfang Dezember aufgestockten und noch bis zum 15. Januar laufenden Kaufangebots sei Buzzi bislang 6,33 Prozent des Grundkapitals angedient worden, sagte Buzzi-Chef Pietro Buzzi dem Handelsblatt. Er führt das norditalienische Unternehmen aus Casale Monferrato im Piemont gemeinsam mit seinem Bruder Michele.

Damit habe Buzzi nunmehr Zugriff auf knapp 85 Prozent des Dyckerhoff-Kapitals, sagte Buzzi. Um aber Dyckerhoff aber wie geplant von der Börse zu nehmen und die Aktionäre abzufinden, reicht dies noch nicht. Dafür benötigen die Buzzis 95 Prozent der Anteile. Geboten werden 42 Euro für die Stammaktie und 40 Euro für die Vorzugsaktie. Beide Aktiengattungen notieren aber leicht oberhalb dieses Angebots.

Sollten die freien Aktionäre von Dyckerhoff das Angebot dieses Mal nicht akzeptieren, sei der Zug abgefahren, sagte Buzzi. Nochmals werde er das Angebot nicht erhöhen. Es ist der letzte Versuch einer vollständigen Übernahme. Dass die Papiere nach wie vor über der Offerte notieren, bereitet dem Chef des Familienunternehmens keine Sorge. Dies sei eine normale Spekulation auf eine weitere Erhöhung des Angebots. Buzzi hatte bereits Ende Oktober ein Angebot von 40 beziehungsweise 37,50 Euro veröffentlicht, es aber Anfang Dezember erhöht. Dies habe die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges der Offerte verbessert, meinte Buzzi lediglich.

Die konjunkturelle Erholung am Bau hat den Italienern offenbar einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie sorgte für steigende Kurse von Bau-Aktien an der Börse. Ralf Dörper, Analyst der WestLB, empfiehlt daher, die Aktie zu halten. Dyckerhoff sei dafür prädestiniert, mit einem Umsatzanteil von 34 Prozent stark von einer positiven Baukonjunktur in Deutschland zu profitieren – zumal der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie die Konjunkturprognose nach oben geschraubt hat und auch für 2007 Zuversicht demonstriert. Daher liege Buzzi mit seinem Angebot zeitlich nicht glücklich, meinen Branchenkenner. Doch Buzzi setzt der Kursphantasie ein Zusatz-Angebot entgegen: Sollte bis zwei Jahre nach Ende des Angebots, beispielsweise bei einem Squeeze-out, für die restlichen Aktionäre ein Nachschlag herausspringen, werden alle gleichgestellt, die ihre Aktien jetzt im Zuge des Angebots verkaufen.

Von der vollständigen Übernahme verspricht sich Buzzi Einsparungen sowie eine Straffung der Prozesse im Konzern. Buzzi war im Jahr 2001 mit einem Anteil von über 30 Prozent bei Dyckerhoff eingestiegen. Ende 2002 trennte sich die Familie Dyckerhoff von ihren restlichen 34 Prozent. 2003 scheiterte Buzzi bereits mit einem Angebot zum Aktientausch.

Nach neun Monaten erreichte Buzzi Unicem einschließlich Dyckerhoff einen Umsatz von knapp 2,4 Mrd. Euro und 682 Mill. Euro operatives Ergebnis (Ebitda). Dyckerhoff steuerte gut eine Mrd. Euro und 223 Mill. Euro Ebitda bei. 2005 kam der Konzern bei knapp drei Mrd. Euro Umsatz in 43 Zementwerken auf ein Ebitda von 801 Mill. Euro. Bis 2008 will Buzzi 900 Mill. Euro investieren. Neben der Dyckerhoff-Übernahme, die mit 356 Mill. Euro veranschlagt wird, baut Buzzi vor allem die Kapazitäten der Werke in der Ukraine, Russland und den USA aus.

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