Zementhersteller
Heidelberg Cement droht Ärger mit der britischen Wettbewerbsbehörde

Erhöhte Preise haben die britische Wettbewerbsaufsichtsbehörde hellhörig werden lassen: Vier starke Unternehmen beherrschen den Zementmarkt, darunter Heidelberg Cement – und die teilen ihn unter sich auf. Es droht Ärger.
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FrankfurtDem Zementhersteller HeidelbergCement droht in Großbritannien Ärger mit den Kartellbehörden. Mit vier großen Produzenten - neben HeidelbergCement auch Cemex aus Mexiko, Lafarge Tarmac und der neue einheimische Marktteilnehmer Hope Construction Materials - herrsche auf dem britischen Markt nicht genug Wettbewerb, bemängelte die Competition Commission (CC) am Dienstag. Das habe zu erhöhten Preisen für Zement geführt. Möglicherweise müssten einer oder mehrere der drei etablierten Konkurrenten deshalb ihre Kapazitäten reduzieren oder sogar ganze Werke verkaufen.

Einen endgültigen Bericht will die Behörde am 17. Januar 2014 veröffentlichen. „Die etablierten Produzenten wissen jeweils zuviel über die Geschäfte der anderen“, erläuterte Martin Cave, Vize-Chef der Kartellbehörde, die Bedenken. „Sie haben sich mehr darauf konzentriert, ihren Marktanteil zu behalten, statt wirklich zu konkurrieren.“ Dadurch hätten die britischen Konsumenten zwischen 2007 und 2011 mindestens 180 Millionen Pfund (rund 212 Millionen Euro) zuviel für Zement bezahlt. Die Konzerne hätten allerdings keine Preise abgesprochen. Eine Sprecherin von HeidelbergCement sagte, der Konzern arbeite mit den britischen Behörden zusammen, wolle das Thema aber nicht kommentieren, bevor der endgültige Bericht im Januar vorliege. Gegen das Unternehmen und weitere Rivalen läuft seit Ende 2010 ein EU-Kartellverfahren in insgesamt zehn europäischen Ländern.

Für Kartellvergehen in Deutschland mussten die Heidelberger vor kurzem 160 Millionen Euro Bußgeld bezahlen. Der französische Lafarge -Konzern, der Lafarge Tarmac zusammen mit Anglo American betreibt, wies die Kritik der britischen Wettbewerbsbehörde zurück: Es gebe genug Wettbewerb auf dem britischen Zementmarkt. Von Cemex war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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