Zementindustrie
Iren wollen Cemex-Töchter kaufen

Rotation in der Zementbranche: Nachdem sich der mexikanische Hersteller Cemex von seinen Werken in Florida und Arizona trennen muss, um in Australien expandieren zu dürfen, möchte der irische Konzern CRH die Gunst der Stunde nutzen. Die Iren planen, die Tochterfirmen von Cemex zu übernehmen und so ihr Geschäft in den USA gewaltig anzukurbeln.

HB LONDON. Der irische Baustoffkonzern CRH steht vor seiner bislang größten Übernahme. Das Unternehmen führt Gespräche mit dem mexikanischen Zementkonzern Cemex über den Erwerb der 39 US-Tochtergesellschaften von Cemex. Das Transaktionsvolumen liegt bei bis zu 4,5 Mrd. Dollar (3,2 Mrd. Euro).

Cemex muss sich von den Werken für Beton, Zement und Zuschlagstoffe in den Bundesstaaten Florida und Arizona trennen, um die Zustimmung vom US-Justizministerium für die 14,2 Mrd. Dollar schwere Übernahme der australischen Rinker Group zu erhalten.

Der Zukauf würde den Umsatz der in Dublin ansässigen CRH in den USA mit einem Schlag um ein Drittel steigern. Hier verzeichnet der Bau von Gewerbeimmobilien für Büros und Handel die stärksten Zuwachsraten der letzten 20 Jahre. CRH erwirtschaftet fast die Hälfte des Umsatzes in den USA. Im ersten Halbjahr 2007 betrug dieser 4,63 Mrd. Euro.

Zusätzlich zu den Tochtergesellschaften in Florida und Arizona führt CRH auch Gespräche mit Cemex über an der Pazifikküste im Nordwesten der USA und in Europa gelegene Betonwerke. In Europa geht es um den Erwerb des Zementwerks San Feliu in Spanien und um in Österreich und Ungarn gelegene Beton- und Zuschlagstoffwerke.

Unter dem Vorstandsvorsitzenden Liam O'Mahony ist CRH zu Irlands akquisitionsfreudigstem Konzern herangewachsen. In zehn Jahren hat das Unternehmen Übernahmen im Volumen von 17 Mrd. Dollar getätigt. „CRH packt die Gelegenheit beim Schopf“, sagte Harry Goad, Analyst bei Credit Suisse in London. Die geplanten Akquisitionen sollen mit Krediten finanziert werden.

An der Dubliner Börse gaben die Aktien von CRH um mehr als vier Prozent nach und fielen in der Spitze bei 26,25 Euro auf ein Jahrestief. Seit Jahresbeginn haben sie etwa 15 Prozent an Wert verloren. Die Marktkapitalisierung von CRH beläuft sich auf 14,5 Mrd. Euro.

Die geplante Transaktion würde den letzten Zukauf von CRH in den Schatten stellen. Erst im August hatten die Iren für 1,3 Mrd. Dollar die auf den Autobahnbau spezialisierte Tochtergesellschaft von Ashland in den USA erworben.

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