Zementindustrie
Staatliche Hilfen stützen Zementabsatz

2009 will die Zementindustrie den Abwärtstrend stoppen – dank der Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung. Nicht ganz so optimistisch ist Dyckerhoff. Der Baustoff-Spezialist legte durchwachsene Zahlen vor und erwartet in diesem Jahr Rückgänge bei Umsatz und Gewinn. Helfen sollen Sparmaßnahmen.

FRANKFURT. Die deutsche Zementindustrie rechnet trotz Finanzkrise in diesem Jahr dank staatlicher Konjunkturprogramme mit einer stabilen Entwicklung. „Wir erwarten in diesem Jahr in Deutschland einen Zementverbrauch auf Vorjahresniveau von rund 27,4 Mio. Tonnen“, sagte Andreas Kern, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Zementindustrie, dem Handelsblatt. „Die Unternehmen der Zementindustrie fühlen sich ohnehin nach jahrzentelanger Baukrise für die aktuelle Krise gut gerüstet.“

Kern erwartet weder einen Abbau von Arbeitsplätzen in der Branche noch Kurzarbeit oder Werksstilllegungen. „Wir haben unsere Hausaufgaben längst gemacht, Kosten, Produktivität und Kapazitäten angepasst.“ Immerhin ist der Zementverbrauch von jährlich 40 Mio. nach der deutschen Wiedervereinigung auf seit Jahren durchschnittlich 28 Mio. Tonnen gesunken.

Kern räumte ein, dass die Zementbranche ohne Konjunkturprogramme einen Rückgang um drei bis vier Prozent erwartet hatte. Der Schwung für die Bauwirtschaft durch öffentliche Investitionen soll nun für einen Nachfrageschub von ein bis 1,5 Mio. Tonnen in diesem Jahr und bis zwei Mio. Tonnen im nächsten Jahr sorgen, wenn die Anlaufschwierigkeiten der Projektvergabe überwunden sind. Kapazitätsengpässe zur Bewältigung des geplanten Ausbaus von Straßen, Schulen oder Krankenhäusern werde es nicht geben, sagte Kern.

Er schließt aber Preiserhöhungen nicht aus. Die Branche sieht hier Nachholbedarf und sich selbst als Schlusslicht im internationalen Vergleich. Vor allem die steigenden Energiekosten drücken die Ergebnisse der Konzerne. Allerdings wird das Drehen an der Preissschraube in dem sehr homogenen Markt für „graues Pulver“ kritisch vom Kartellamt beobachtet. Derzeit läuft ein Bußgeldverfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Dabei geht es um eine Kartellstrafe von 700 Mio. Euro. Betroffen davon sind fast alle Hersteller in Deutschland von Heidelberg Cement über Dyckerhoff und Schwenk bis zu den Auslandstöchtern von Lafarge und Holcim.

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