Zementkonzern
Holcim klagt auf Entschädigung in Venezuela

Der Schweizer Zementkonzern Holcim klagt auf Entschädigung für die Verstaatlichung seiner Tochterfirma in Venezuela. Bisher habe der Schweizer Konzern für diesen Vorgang kein Geld erhalten. Deswegen sei nun vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington Klage auf mehr als eine halbe Milliarde Dollar eingereicht worden.

HB ZÜRICH. Venezuela hatte im Juni 2008 Holcim Venezuela und die örtlichen Tochtergesellschaften der mexikanischen Cemex und der französischen Lafarge zu rund 85 Prozent verstaatlicht. Im Anschluss daran kam es zu Verhandlungen zwischen Holcim und der von der Regierung beauftragten Petroleos de Venezuela über die Modalitäten der Eigentumsübertragung, die zu einem Grundsatzabkommen führten. Dieses sah nach Angaben der Regierung 552 Mio. Dollar Entschädigung für Holcim vor. Im Oktober habe die venezolanische Regierung die Verhandlungen aber eingestellt.

In der Klage vor dem Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (CSID) fordert Holcim eine Entschädigung, die dem Marktwert zum Zeitpunkt der Verstaatlichung entspricht. Das sei deutlich mehr als der in der Grundsatzvereinbarung aufgeführte Betrag. Holcim Venezuela erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von rund 200 Mio. Dollar, was etwa einem Prozent des Konzernumsatzes entsprach.

Die sozialistische Regierung unter Staatspräsident Hugo Chavez hat in den vergangenen Jahren weite Teile der Wirtschaft verstaatlicht. Den Zementkonzernen hatte Chavez vorgeworden, sie würden nicht genug Zement liefern und so den Wohnungsbau im Land hemmen.

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