Zentrale Gespräche
Opelaner wollen nicht lokal verhandeln

Konfrontationskurs: Opels Arbeitnehmer haben in der aktuellen Debatte Verhandlungen einzelner Werke abgelehnt. Sie fordern zentrale Gespräche auf europäischer Ebene, schrieben Betriebsräte des angeschlagenen Autobauers.
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HamburgIn der Debatte um Überkapazitäten und Personalabbau bei Opel lehnen die Arbeitnehmer Verhandlungen auf Ebene einzelner Werke in Europa ab. In einem am Montag an Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gerichteten offenen Brief schrieben die Betriebsräte der europäischen Werke: „Wir werden mit Ihnen keine Verhandlungen auf lokaler Ebene führen.“

Stattdessen verlangen sie zentrale Gespräche auf europäischer Ebene mit dem Arbeitnehmerforum, in dem die Arbeitnehmervertretungen der GM -Tochter zusammengeschlossen sind. Unterzeichnet ist das Schreiben von den Betriebsratsvorsitzenden aller 14 Produktions- und Entwicklungsstandorte von Opel und Vauxhall - einschließlich der beiden von der Schließung bedrohten Fabriken Bochum und Ellesmere Port in Großbritannien.

Damit gehen die Arbeitnehmer auf Konfrontationskurs zum Management. Dieses will nach Gewerkschaftsangaben die Verteilung neuer Modelle, die Auslastung der Werke sowie Einsparungen mit den Betriebsräten vor Ort regeln. „Es ist klar, was Opel/Vauxhall und GM damit beabsichtigen“, heißt in einer Betriebsratsinformation an die Belegschaft. Die Werke sollten um die Zuordnung künftiger Modelle und das Produktionsvolumen konkurrieren und sich die Zukunft der Arbeitsplätze „mit einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Belegschaftsbeiträgen erkaufen“.

Der neue Produktionschef Peter Thom informiere die Betriebsräte derzeit über den „Wunschzettel“ der Geschäftsleitung. Dieser sehe mehr Leiharbeit, weniger Stammbeschäftigte, flexiblere Arbeitszeitmodelle ohne Zulagen und „einiges mehr“ vor.

Dieses Vorgehen lehnte das Europäische Arbeitnehmer-Forum entschieden ab. Die Vergangenheit habe gelehrt: „Nur gemeinsam sind wir stark und können wir das Beste für die Standorte und Beschäftigten herausholen“, hieß es in dem Betriebsratschreiben an die Belegschaft. Darin forderten die Arbeitnehmer erneut von der Geschäftsleitung „konstruktive Gespräche“ auf europäischer Ebene.

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