Zentrales Standbein in Asien
Daimler Chrysler stockt Anteil an Mitsubishi Fuso auf

Als voraussichtlich erster ausländischer Konzern wird der Stuttgarter Autobauer die Mehrheit an einem japanischen Autobauer übernehmen. Der Vorstand sei ermächtigt, den Anteil von derzeit 43 Prozent an Mitsubishi Fuso zu erhöhen.

HB STUTTGART. Der Aufsichtsrat habe den Vorstand am Donnerstag ermächtigt, den Anteil des Unternehmens an dem japanischen Nutzfahrzeughersteller Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) zu erhöhen, teilte die Daimler Chrysler AG in Stuttgart mit. Daimler Chrysler hält seit Jahresbeginn 43 Prozent an Fuso. Über die Höhe der geplanten Aufstockung wollte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage nichts sagen. Aus gut informierten Kreisen ist jedoch zu erfahren, dass der viertgrößte japanische Automobilkonzern Mitsubishi bereit ist, 22 Prozent von Fuso an die Stuttgarter zu verkaufen. Weitere 20 Prozent sollen dem Vernehmen nach auf andere Unternehmen des Mitsubishi-Konzerns verteilt werden. Branchenkreise gehen für das Gesamtpaket von einem Kaufpreis von rund 100 Milliarden Yen (rund 760 Millionen Euro) aus.

Mitsubishi Motors muss der Transaktion noch zustimmen. Dies gilt jedoch als wahrscheinlich, zumal Daimler Chrysler rund 37 Prozent an Mitsubishi hält und mit Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt ein Vertrauter von Daimler Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp bei den Japanern das Sagen hat. Mitsubishi Fuso hatte Umsatz und Gewinn zuletzt deutlich gesteigert und seine selbst gesteckten Ziele für das Gesamtjahr übertroffen. Für das laufende Geschäftsjahr 2003/2004 (31. März) rechnet Fuso mit einem Gewinn von 30 Milliarden Yen (rund 230 Millionen Euro).

Fuso spielt als Standbein in Asien eine zentrale Rolle in der weltweiten Strategie von Daimler Chrysler-Nutzfahrzeugvorstand Eckhard Cordes. In der ab Januar geltenden neuen Struktur des weltweiten Nutzfahrzeuggeschäftes ist eine mögliche Integration von Fuso nach Angaben aus Branchenkreisen bereits als Option enthalten.

Der Aufsichtsrat billigte außerdem den Verkauf des Triebwerkbauers MTU Aero Engines an den US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. Der Kaufpreis betrage 1,45 Milliarden Euro, wurde erstmals offiziell bestätigt. Im operativen Gewinn werde sich dies mit 1,2 Milliarden Euro niederschlagen, der Nettogewinn werde 1,0 Milliarden Euro betragen.

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