Zerschlagung des Merckle-Imperiums
Ratiopharm begehrt

Der Generikahersteller Ratiopharm ist offenbar begehrt. Kreisen zufolge gebe es zahlreiche Angebote, die zum Teil deutlich höher ausfallen als erwartet. Die Merckle-Familie muss sich von Ratiopharm trennen, um ihre Schulden bei den Gläubigerbanken zu bedienen.
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HB FRANKFURT. Die Merckle-Gruppe kann beim Verkauf des Ulmer Generikaherstellers Ratiopharm auf einen hohen Preis hoffen. „In der ersten Runde ist die Offerte auf großes Interesse gestoßen. Dabei hat es zahlreiche unverbindliche Angebote sowohl von strategischen Investoren wie auch Finanzinvestoren gegeben, berichten verschiedene Medien. Der Verkäufer sei mit der Höhe der eingereichten Angebote sehr zufrieden, hieß es. Analysten hatten den Stada- Konkurrenten zuletzt mit zwei bis drei Mrd. Euro taxiert.

Wie Reuters berichtet, liegen viele Angebote über zwei Mrd. Euro, einige sogar deutlich über zwei Milliarden. Dem Sprecher zufolge sind Offerten für Ratiopharm sowohl von strategischen Investoren als auch von Beteiligungsgesellschaften eingegangen. Priorität habe weiterhin ein Verkauf von Ratiopharm als Ganzes. "Die Angebote bestätigen dies", sagte ein Sprecher der Vermögensholding VEM. Aufgrund des hohen Interesses sei mit einem Verkauf frühestens im ersten Quartal 2010 zu rechnen.

Der schwäbische Unternehmer Ludwig Merckle muss sich von dem Ulmer Unternehmen trennen, um die Schuldenlast seines Firmenimperiums abzubauen. Die Trennung ist Teil des vor einigen Monaten geschlossen Stillhalteabkommens der Merckle-Vermögensverwaltung VEM mit Gläubigerbanken.

Die Frist für die Gebote in der ersten Bieterrunde war am Mittwoch abgelaufen. In den kommenden Wochen sollen nun die Angebote ausgewertet und eine erste Auswahl getroffen werden. Ratiopharmn ist Deutschlands zweitgrößter Generikahersteller nach der zum Schweizer Novartis-Konzern gehörenden Hexal.

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