Zerschlagung durch VW?
Bei MAN geht die Angst um

Der Einstieg von Volkswagen beim Mischkonzern MAN sorgt dort für erhebliche Unruhe. Die Arbeitnehmer befürchten, dass der Wolfsburger Autobauer das Münchener Unternehmen zerschlagen will, um die Lkw-Sparte mit dem Konkurrenten Scania und dem VW-eigenen Nutzfahrzeug-Geschäft zu fusionieren. Laut zweier Magazine gibt es bereits konkrete Pläne, wie das vonstatten gehen soll.

HB BERLIN/MÜNCHEN. „Ich fürchte, dass VW wie eine Heuschrecke vorgehen will und auf Arbeitsplätze keine Rücksicht nimmt“, sagte MAN-Betriebsratschef Lothar Pohlmann der „Bild am Sonntag“. Er kündigte Widerstand gegen eine mögliche Zerschlagung an. Die Darstellung der Zeitung, dass bei einer Zerschlagung 50 000 Arbeitsplätze in Gefahr wären, wies er aber zurück. Er sei falsch zitiert worden. MAN beschäftigt insgesamt 50 500 Menschen, davon 34 000 in der Lkw-Sparte.

Einem Bericht des Magazins „Focus“ zufolge will VW auf dem Weg zu einem neuen Lkw-Riesen den MAN-Konzern zerschlagen und mit einer Kapitalbeteiligung von 51 Prozent die Führung in einem Konzern aus dem schwedischen Lastwagen-Hersteller Scania und den Nutzfahrzeug-Sparten von MAN und VW selbst übernehmen. MAN baut neben Lkw und Bussen auch große Dieselmotoren für Kraftwerke, Eisenbahnen und Schiffe sowie Turbomaschinen. Zudem gibt es noch diverse Aktivitäten am Rand. Bis vor kurzem fertigte MAN auch noch Druckmaschinen, hat diese Sparte aber abgestoßen.

VW hatte in der vergangenen Woche überraschend 15,06 Prozent an MAN zusammengekauft, um sich in dem Fusionspoker zwischen MAN und dem schwedischen Scania-Konzern besser zu positionieren. VW ist mit einem Stimmrechtsanteil von 34 Prozent auch Scania-Großaktionär und zudem selbst Lkw-Hersteller. Die Wolfsburger produzieren in Brasilien leichte bis schwere Lastwagen und vertreiben die Fahrzeuge auch in anderen Schwellenländern.

Auch „Der Spiegel“ berichtet von Plänen von VW-Chef Bernd Pischetsrieder, in zwei Schritten einen neuen Nutzfahrzeug-Konzern mit MAN und Scania zu schmieden. Wenn MAN sein vorliegendes Übernahmeangebot für Scania zurückgezogen habe, solle ein Synergieteam aus Vertretern aller drei Konzerne ausloten, welche Gemeinschaftsprojekte ohne eine Verflechtung der Unternehmen umsetzbar seien, berichtete das Magazin am Samstag. Das sei aber nur eine Übergangslösung. Später solle aus MAN, Scania und der Lkw-Produktion von Volkswagen ein Konzern entstehen, im den Pischetsrieder Aufsichtsratschef werden wolle.

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